Kontaktmöglichkeiten Scorpions:
Management: Amend & Kollegen
Phone: 0049 - 641 - 320
49
Fax 064133771
Ludwigsplatz 9, 35390 Gießen
E-Mail:
Amend.Kollegen(at)t-online.de
Brief an die
Scorpions, Thema ist das Lied "Jerusalem of Gold"
Sehr geehrte Herren,
vor kurzem las ich folgende Meldung in
der französischen Ausgabe der Jerusalem Post:
"Die deutsche Rockgruppe The
Scorpions und die 15jährige israelische Sängerin
Liel
Kolet haben vor kurzem eine neue Version der
Sechstagekriegshymne "Jerusalem of Gold", geschrieben
von Naomi Shemer, aufgenommen."
Es wird Sie vielleicht am Rande
interessieren, dass die Melodie keinen hebräischen
sondern einen baskischen Ursprung hat.
Das Original hat einen Text, der seit
Entstehen des Liedes umstritten ist und die
Palästinenser vor den Kopf stoßen muss. Ich habe den aus
dem Hebräischen von Yael Levine ins Englische
übersetzten Text wiederum wörtlich ins Deutsche
übertragen. Es gibt "kritische" Stellen im Text
(ich habe sie fett geschrieben), die zum einen andeuten,
dass die zurzeit vorwiegend von Palästinensern
bewohnte Altstadt Jerusalems verwaist sei (auf dem
Tempelberg steht jedoch die drittheiligste Stätte der
Moslems, die Al-Aqsa-Moschee). Das Lied aber sagt,
"dass niemand auf den Tempelberg gehe".
Abschließend heißt es dann "Die Shofar wird auf dem
Tempelberg ertönen, und wir werden zurückkehren".
Bis jetzt ist der Status von Jerusalem
noch nicht so, dass es die alleinige Hauptstadt Israels
ist. Ostjerusalem wird von Palästinensern bewohnt, wenn
auch immer wieder durch Hauszerstörungen versucht wird,
diese Stadt zu judaisieren.
Falls Sie sich informieren
wollen, schauen Sie bitte auf die Internetseite
http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/index.html und
Sie werden dort lesen, welche Tragödien sich täglich in
den besetzten Gebieten des Gaza und der Westbank
abspielen, und welchen Hintergrund dieses Lied schon im
Sechstagekrieg hatte. Dieses Lied ist hochpolitisch, und
es ist meiner Ansicht nach unvorsichtig, die
untenstehende Version an einem Weltjugendtag zu singen -
eventuell nicht für die Israelin Liel Kolet, die in
diesem Fall die Interessen Ihres Landes vertritt (wobei
man sich fragen muss, ob eine Kriegshymne überhaupt dort
angebracht ist), jedoch gewiss für eine Rockband aus
einem Land, das schon aufgrund seiner Vergangenheit
daran interessiert sein muss, dass sich die Lage im
Nahen Osten nicht noch verschärft.
Hier ist die Übersetzung:
JERUSALEM AUS
GOLD
Die Höhenluft ist klar wie Wein,
und der Duft der Pinien
wird auf dem Hauch der Dämmerung
mit dem Glockenklang getragen.
Und im Schlummer des Baumes und des
Steines,
gefangen in ihrem Traum
die Stadt - sie liegt einsam,
und inmitten steht eine Mauer.
Refrain: <Jerusalem aus Gold und aus
Bronze und aus Licht,
Siehe, ich bin eine Geige für all Deine
Lieder.>
Wie trocken sind die Brunnen geworden.
Der Marktplatz ist leer
(verwaist),
und niemand sucht den Tempelberg
in der Altstadt auf.
Und in den Höhlen des Berges
heulen die Winde.
Und niemand steigt zum Toten Meer hinab
auf der Straße von Jericho.
<Refrain>
Aber als ich heute kam, um für Dich zu
singen und Dich zu preisen,
bin ich derjenige, der es am wenigsten
wert ist, dies zu tun, und der letzte aller geborenen
Dichter.
Denn Dein Name brennt auf den Lippen wie
der Kuss eines Seraphims,
falls ich DICH, Jerusalem, vergäße, das
ganz aus Gold ist ...
<Refrain>
Wir sind zu den Brunnen
zurückgekehrt, zum Markt und zum Marktplatz.
Ein Horn (hebräisches rituelles
Horn, die Shofar) ist auf dem Tempelberg in der Altstadt
zu hören
Und in den Höhlen des Berges
scheinen Tausende von Sonnen.
Wir werden noch einmal zum Toten
Meer hinabsteigen auf der Straße nach Jericho
<Refrain>
Es wäre nett, wenn Sie mir Ihre Meinung
zu meinen Bedenken mitteilen würden.
Ich wünsche Ihnen
viel Erfolg bei Ihren Auftritten!
Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Al Dahouk
Das Lied als mp3 >>> Jerusalem Of Gold
Lese auch >>> (vom Webmaster):
"Jerusalem
of Gold"
Und Palästina gibt es nicht?
In diesem
Lied klingt es so, als gäbe es das palästinensische Volk nicht. Es ist
gut möglich, das Liel Kolet diese Lied im Vatikan singt und da sie wohl
auch auf dem Kirchentag in Köln auftritt, kann es
sein, das es auch dort gesungen wird