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IDF - Die Besatzer - Soldaten oder Terroristen?

Die palästinensische Bar-Mitzwah - Bassam Aramin - Mein Sohn Arab ist 14, genau in dem Alter, in dem seine jüdisch-israelischen Gleichaltrigen ihre Bar Mitzwah feiern. Diese Zeremonie ist im jüdischen Kulturkreis  ein Ritus, der den Eintritt in die Realitäten und Verantwortlichkeiten des Erwachsenseins kennzeichnet. Und letzte Woche hat mein Sohn etwas erfahren, das einer palästinensischen Bar Mitzwa ähnlich ist… Der 12. Juli war ein wunderschöner Tag, als  Arab mit seinen Freunden an den Strand von Tiberias fuhr. Ich wollte es ihm zunächst nicht erlauben, erinnerte mich dann aber meine Tochter Abir Abir war 10, als sie von  der israelischen Besatzungsarmee am 16.1. 2007 vor ihrer Schule in Anata getötet wurde. Als sie an jenem Morgen ihre Mutter und mich  fragte, ob sie nach der Schule noch mit ihren Freundinnen spielen dürfe, erlaubte ich dies nicht. Ich sagte  zu ihr: „Komme gleich nach der Schule heim, damit du deine nächste Prüfung vorbereiten kannst. Und sie antwortete mir bockig und unschuldig mit den letzten Worten, die ich je von ihr zu hören bekam: „Ich werde spät kommen“.

Der Besatzer bestimmt, was Recht und Gerechtigkeit ist - Amira Hass - Wenn ein Palästinenser einen Israeli tötet – einen Soldaten oder Zivilisten -  dann wird dessen Name und Foto und die Einzelheiten dieses Vorfalles genau veröffentlicht . Der Palästinenser wird automatisch  zu lebenslänglich verurteilt und sein Ministerpräsident oder der Führer seiner Organisation wird dafür verantwortlich gemacht und ist fortan ein Ziel für Verhaftung und Ermordung. Die Soldaten, die palästinensische Zivilisten töten, werden unter einem großen  Schutzschild der Besatzungsarmee abgeschirmt. Ihre Namen werden nicht in der Öffentlichkeit bekannt und ihre Ministerpräsidenten und Kommandeure werden nicht zur Verantwortung gezogen.

Israel legt Krankenhaus lahm - Susanne Knaul - Um die Hamas zu schwächen, zerstört die israelische Armee Krankenhäuser, räumt Tresore aus und legt Listen von NGOs an. Wo ist die Grenze? - An der Pforte zur Islamischen Al-Tadamon-Poliklinik hängt ein zerrissenes Bild von Ismail Hanije, dem Chef der Hamas im Gazastreifen. Das Bild von dem Expremierminister stamme noch aus der Wahlkampfzeit, erklärt Klinikchef Dr. Hafez Sader. "Wir haben mit der Hamas nichts am Hut". Er streitet jede Verbindung zu den Islamisten ab. Der lebhafte 77-Jährige selbst gehört augenscheinlich nicht zu ihnen: Er trägt weder einen Bart, noch hat er Probleme, einer Frau die Hand zu schütteln. Trotzdem zogen vergangene Woche israelische Soldaten durch die Behandlungsräume >>>
Der General der Zwiebeln und des Knoblauchs Gideon Levy - Hier ist also das “nächste Ding“ im Krieg gegen den Terror: der Krieg gegen die Friseure. Nachdem die Hamas die Hälfte des palästinensischen Volkes übernahm – vor allem auf Grund von Israels Maßnahmen ( mit Waffen, Belagerung, Zerstörung und Töten, Massenarresten und Deportationen) haben die IDF und der Shin Bet-Sicherheitsdienst etwas Neues erfunden: einen Krieg gegen Einkaufszentren, Bäckereien, Schulen und Waisenhäuser. Zunächst in Hebron, jetzt in Nablus. Die IDF schließt Schönheitssalons, Kleiderläden und Kliniken und sogar eine Molkerei – alles unter dem Vorwand, dass diese mit der Hamas verbunden sind, oder dass sie die Miete einer Terrororganisation zahlen. Diese bizarren Bilder von Schließungsordern, die der  diensttuende General an das Fenster eines Kosmetikladens klebt oder an das eines Physiotherapiezentrums, oder eine Enteignungsorder an einem Backofen – das zeigt dass die israelische Besatzung verrückt geworden ist.
Israel schießt auf Fischer und bricht erneut Waffenstillstand -  - ISM-G-FK -  Am Sonntagmorgen schossen israelische Kriegsschiffe ca. drei Stunden auf palästinensische Fischer vor der Küste des Gazastreifens

Das Blut von Iman al-Hamas - Amira Hass - Und das Blut von Iman al-Hamas – an wessen Händen klebt es? Mit oder ohne „bestätigtes Töten“, töteten die Soldaten am Giritposten in Rafah in R’s Einheit - mit ihm oder ohne ihn -das 13 jährige Mädchen, das am 15. Oktober 2004 mit der Schultasche am hellerlichten Tage dort vorbeiging. Sie versuchte nicht, sich mitten in der Nacht heimlich durchzuschleichen, um Arbeit in Israel zu finden. Irgendwer bei den IDF gab Befehle aus, die Soldaten erlauben, auf Palästinenser zu schießen, die sich mitten auf einem, (oft auf ihrem) Feld in der Nähe eines Militärpostens oder einer Siedlung, die auf diesem Feld gebaut wurde, befinden. Auf jeden Fall gab jemand an diesem Tag den Befehl, das Mädchen zu erschießen. Jemand führte den Befehl aus. Ob mit oder ohne Meineid - das Mädchen wird dadurch nicht mehr lebendig. Wie ist es möglich, dass Soldaten einer Armee, die stolz auf ihre Nachtsichtgeräte und auf ihre gute Scharfschützenausrüstung sind – nicht sehen können, dass es sich hier um ein kleines Mädchen gehandelt hat?

Die IDF untersucht die Sache -  oder Wie viel Verlust kann ein Mensch verkraften? - Gideon Levy - Vier Kinder liegen nun im Shifa-Krankenhaus in Gaza. Jedes von ihnen verlor beide Beine – die Hälfte des menschlichen Körpers. Drei von ihnen sind bei Bewusstsein, eines wird beatmet. Zu Hause in Beit Lahia im nördlichen Gazastreifen trauern die Eltern um ihre toten Brüder. Am ersten Tag des Opferfestes verloren Maryam und Kamal in einen einzigen Augenblick ihre drei Söhne, zwei Neffen und einen Enkel. Ein anderer Sohn liegt auf Intensivstation, nachdem er zwei Beine, eine Hand und ein Auge verloren hat und am Sauerstoffgerät liegt. Sein Vater weiß noch nicht, dass dem Sohn beide Beine amputiert wurden; ihm wurde nur von einem erzählt. Wie viel  Verlust kann ein Mensch verkraften? Das Leben der 12 Kinder und Jugendlichen, die am letzten Dienstagmorgen auf und neben dem Erdbeerfeld der Familie gespielt hatten, wurde plötzlich beendet. Sieben von ihnen wurden getötet, vier werden ohne Glieder und für den Rest ihres Lebens schwer behindert bleiben. Das ist es, was eine Rakete der Israelischen Verteidigungsarmee (IDF) tun kann. Keines der Kinder entkam  diesem tödlichen Zwischenfall unversehrt.

Donnertage - Gideon Levy, Haaretz, 4.5.06 - Ohrenbetäubendes Dröhnen, Granatenbeschuss, Donnerhall. Die Fenster des Hauses erzittern, die Mauern, die schon von früherem Granatbeschuss Risse bekommen haben, drohen von den Explosionen zusammenzufallen, die Kinder schreien vor Angst oder irren geschockt und still im Haus  herum. Eine Granate nach der anderen, alle paar Minuten eine neue. Manchmal ist es ein fernes Geräusch und manchmal ein Donnern und ein sehr nahe Dröhnen: Bum! Der Himmel zittert, es hört sich wie das Weltende an, immer wieder das ohrenbetäubende Dröhnen. Alle  fünf Minuten eine Granate. Man weiß nicht, wo die letzte Granate landete, noch weniger weiß man, wo die nächste landet. Gestern Nachmittag landete eine Granate über den Köpfen dieser Kinder und Erwachsenen, deren Wohnung wir nun besuchen. Auch jetzt ein ohrenbetäubendes Dröhnen und schreckliche Angst

Nährboden für Hass - Shlomo Lahat*, Haaretz, 5.1.04 - Vor zwei Wochen besuchte ich mit meinem Freund Brigadegeneral (der Reserve) Yitzhak Elron 13 IDF-Checkpoints in Judäa und Samaria (Westbank) und zwar in der Nähe von Nablus, Tulkarem und Qalqilyah. Der Besuch wurde auf Initiative der (Menschenrechtsorganisation) B’tselem durchgeführt. Ich möchte darauf hinweisen, dass die beiden, die uns von B’tselem auf der ganzen Tour begleiteten, in keiner Weise versuchten, uns zu beeinflussen. Wir wollten beobachteten und uns selbst davon ein Bild machen. Und die Eindrücke waren sehr hart. Die Palästinenser kommen an einem Checkpoint mit dem Wagen an, müssen dort aussteigen, um zu Fuß zum nächsten Checkpoint der Straße zu laufen. Die Entfernung beträgt manchmal mehrere Kilometer. An einem Checkpoint trafen wir vier Mütter mit 8 blinden Kindern zwischen 4 und 5 Jahre alt. Sie waren auf dem Weg zu einer medizinischen Behandlung in Nablus. Es war eine haarsträubende Szene, diese kleinen blinden Kinder dort, von den Frauen angeführt, laufen zu sehen. Einige der Lkw- oder Taxifahrer begehen Verbrechen wie die, dass sie versuchen, (den Checkpoint zu umfahren und) einen anderen Weg zu nehmen. Sie werden dann vom Kommandeur des Checkpoints, einem etwa 18 jährigen Soldaten bestraft, indem der entscheidet, wie lange er mit seinem Fahrzeug warten muss. Dieses Warten kann sich von vier bis zu 24 Stunden oder länger ausdehnen. Es hängt vom Checkpointkommandeur ab.

Vater von Mädchen, welches Angriff auf Gefangenen filmte, verschleppt -  - ISM-G-FK -  Während einer Demonstration von Frauen des palästinensischen Dorfes Ni’lin gegen den Bau der völkerrechtswidrigen israelischen Trennungsmauer nahmen israelische Soldaten am Mittwoch einen kanadischen Friedensaktivisten und einen männlichen Bewohner des Dorfes gefangen. Bei dem gefangenen Palästinenser handelt es sich um den Vater des Mädchens, welches kürzlich eine israelischen Soldaten dabei filmten, wie er einem  einem gefangenen und wehrlosen Palästinenser ins Bein schoss >>>

Soldat schoss auf gefesselten Palästinenser
Bürgerrechtsgruppe B'Tselem veröffentlicht Video: Ermittlungen eingeleitet >>>
 

Video: Israelischer Soldat schießt auf gefesselten Palästinenser
Am Sonntag von der israelischen Menschenrechtsorganisation Betselem veröffentlichte Videoaufnahmen von dem Vorfall hatten für großes Aufsehen gesorgt. Die Aufnahmen stammen aus dem Dorf Naalin im Westjordanland, wo es immer wieder zu Protesten gegen die Sperranlage kommt. Dort war vor zwei Wochen einer der Demonstranten festgenommen worden. Auf den Bilder ist zu sehen, dass er die Augen verbunden und die Arme mit Plastikfesseln gebunden hat. Ein Soldat, der direkt vor ihm steht, schießt dann ein mit Hartgummi ummanteltes Geschoss in Richtung seiner Füße.

Israel: Video zeigt Schuss auf gefesselten Palästinenser >>>

B'Tselem: Prosecute soldier who fired 'rubber' bullet at Palestinian detainee, Investigate the involvement of an officer in the event and suspected cover-up >>>

Soldier who fired in Naalin incident arrested >>>

Soldaten misshandeln routinemäßig palästinensische Gefangene - Bericht von PCATI - Yuval Azoulay, Haaretz, 22.6.08 - Der heute veröffentlichte  Bericht des „Allgemeinen Komitee  gegen Folter in Israel“ (PCATI) behauptet, dass die IDF-Soldaten routinemäßig palästinensische Gefangene misshandeln und dass die Armee und die, die für die Erfüllung des Gesetzes verantwortlich sind, diese Misshandlungen ignorieren. Der Bericht umfasst 90 Zeugnisse von Palästinensern, die angeblich von israelischen Soldaten  misshandelt wurden, nachdem sie  während  und nach Überfällen verhaftet wurden. ( Juni 2006 – Oktober 2007). Viele Berichte stellen fest, dass die angebliche Misshandlung dann geschieht, während die Palästinenser gefesselt sind und keine Gefahr für die Soldaten darstellen.

Israelisches Fernsehen zeigt Soldaten, die palästinensischen Jungen als menschlichen Schutzschild nehmen. Palästinenser, der Urin trinken musste, sagt vor Gericht aus. - Der Fall des Friedensaktivisten Tom Hurndall.

 Palästina, 24. Mai 2005 (IPC + Agenturen)

 Die israelischen Kanal-10-Nachrichten berichteten am Montagabend, dass israelische Besatzungs­soldaten im Dorf Doura nahe bei Hebron ein palästinensisches Kind als menschlichen Schutz­schild genommen hätten.

 Kanal 10 zeigte in einem Videofilm den 17jährigen Fadi, der zu einem Gebäude im Dorf gebracht wird, in dem sich Besatzungssoldaten verborgen hatten. Mit verbundenen Augen wurde Fadi von den Sol­da­ten in den zweiten Stock des Hauses und dann auf den Balkon geführt. Einer der Soldaten ver­steckte sich hinter dem Jungen und richtete sein Gewehr auf eine Gruppe Jugendlicher, welche die Soldaten mit Steinen bewarfen.

 Die israelischen Besatzungssoldaten stritten den im Film festgehaltenen Vorgang ab und behaupteten, dass der Junge Steine auf sie geworfen hätte, und dass sie ihn nicht als menschlichen Schild benutzt, „sondern ihn unter Bewachung gestellt“ hätten, bis er dem Polizeigewahrsam überstellt wer­den konnte.

 Das im israelischen TV ausgestrahlte Video zeigt ganz klar einen Jungen in Handschellen und mit ver­bundenen Augen, der von Soldaten zu jeder Position, die sie einnehmen wollten, mitgeführt wird, während ein Soldat sich dabei hinter ihm versteckt. >>>

Nur kleine Kriegsverbrecher werden bestraft -  Paul Craig - (...) Nun will der Ankläger des Internationale Gerichtshofes (ICC) Anklagen gegen Sudans Präsident Omar al-Bashir vorbringen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und wegen Kriegsverbrechen. Ich sympathisiere nicht mit Leuten, die andere leiden lassen. Trotzdem wundere ich mich über die Auswahl des ICC aus dem Sortiment von Kriegsverbrechern? Warum gerade Al-Bashir? (...) Jede Woche vertreibt die israelische Regierung Palästinenser aus ihren Häusern, raubt ihr Land und tötet palästinensische Frauen und Kinder. Diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit gehen seit Jahrzehnten. Außer für ein paar israelische Menschenrechtsorganisationen beklagt sich keiner darüber. Palästinenser werden als „Terroristen“ definiert, und „Terroristen“ kann man unmenschlich behandeln  - ohne Anklagen. Die Irakis und Afghanen erleiden dasselbe Schicksal >>>

Armee schießt scharf auf gewaltlose Demonstranten [+Video]
- ISM-G-FK -  Am Donnerstag, dem 17. Juli setzten die Bewohner des palästinensischen Dorfes Ni’lin ihren Kampf gegen den Bau der illegalen israelischen Apartheidsmauer fort. Ca. 200 Bewohner des Dorfes, israelische und ausländische Friedensaktivisten marschierten in Richtung des Baugeländes >>>

Wiederholter Angriff auf Demonstration - Israel setzt Gewalt fort
Zur Mittagszeit stürmten Besatzungssoldaten das nördlich von Ost-Jerusalem gelegene Flüchtlingslager Qualandia sowie das nördlich von Ramallah gelegene Dorf Kuber.

Amnesty wirft Israel "Kriegsverbrechen" an Palästinensern vor

Sperren, Checkpoints - parallele Welten

Terminal der Verzweiflung - Am Grenzübergang Allenbybrücke nach Jordanien
An den Checkpoints  - ,,Israels Politik gegenüber palästinensischen Arbeitern basiert auf Erpressung und Erniedrigung''

Wenn israelische Soldaten das Schweigen brechen - (Neue israelische Studie, die unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigt) - Dalia Karpel, Haaretz, 21./ 27.September 2007 * -  Die israelischen Soldaten sprachen gegenüber Nofer frei, der mit ihnen im selben Eshbal-Zug vor 20 Jahren diente. Sie gaben ihre innersten Emotionen über die schrecklichsten Verbrechen, an denen sie teilgenommen hatten, preis: Mord, das Brechen von Knochen palästinensischer Kinder , demütigende Aktionen, Zerstörung von Eigentum, Raub und Diebstahl..“ Dieser Artikel wurde am 21. September nur im hebräischen Teil  von Haaretz veröffentlicht und erschien dann auf der ISM-website. Es ist eine gekürzte Übersetzung einer akademischen Forschungsstudie von Nofer Ishai-Karen und Psychologieprofessor Joel Elzur ( *) der hebr. Universität, die im ALPAYIM-Magazin, Vol.31 veröffentlicht wurde.

Die IDF herrscht auch in den Krankenhäusern - Amira Hass - Es stellt sich heraus, dass das isr. Militär nicht nur die Westbank beherrscht. Das Urteil eines 19 jährigen Soldaten und eines Militärpolizisten (MP) haben mehr Macht als der Arzt, wenn es sich um die Situation eines Patienten handelt, der als Gefangener gilt. Ein 14 jähriger Palästinenser wurde von der IDF verwundet und ins Schneider-Hospital gebracht – die Hände und die Füße in Handschellen, obwohl er von 2 MPs bewacht wurde, und er wegen seiner Verletzungen gar nicht gehen konnte. Das fachärztliche Urteil  der Krankenhausärzte war, dass der verwundete Jugendliche, der zwei Tage zuvor eine medizinische Behandlung an seinem Bein erhalten hatte, von den Handschellen befreit werden sollte – aber sie wurden zurückgewiesen.

Fünfjähriger von den IDF verhaftet - Defence for Children International, 2.5.06 - Am frühen Nachmittag des 17.April 2006 saß der 33jährige Samer Qabha mit seinem fünfjährigen Sohn Motaz auf dem Schoß vor seinem Haus und unterhielt sich mit seinem Nachbarn  (im Dorf Tura al-Gharbiye  in der nördlichen Westbank). Während die Männer redeten, bemerkten sie, wie ein israelisches gepanzertes Militärfahrzeug mehrere Male  auf der Straße vor ihnen vorbeifuhr . Samer und sein Nachbar beachteten dieses Fahrzeug kaum – der Anblick der israelischen Armee ist für sie alltäglich. Israelische Armeekräfte fahren oft durch Tura al-Gharbiya und die benachbarten Dörfer, angeblich um an der Trennungsmauer zu patrouillieren, die sich am westlichen Rand des Ortes entlang zieht,  das Dorf von seinem Land abschneidet und von den 9000 Bewohnern des benachbarten Ortes in der Bartaa Ash Sharquiya-Enklave.

Kinder in Gaza spielen nicht - Nach Aussagen der Armee seien die von der IDF getöteten Kinder ein Teil der palästinensischen Kriegsmaschinerie. - Roy Peled, YNET – news.com  3.10 07 - Auf der offiziellen Website zur Erinnerung von IDF-Todesfällen kann man den folgenden Eintrag  über Nissim Gini lesen: er verteidigte freiwillig wie Dutzende seiner jungen Freunde seine Stadt und seine Heimat und wollte eine Aufgabe haben …er wurde damit beauftragt, die Verbindung zwischen den Posten herzustellen. Er war verantwortungsbewusst und loyal gegenüber den Erwachsenen mitten in einem Kugelhagel und donnernden Explosionen … Nachdem einer der Posten vom Feind übernommen wurde, wurde er schwer verwundet und starb nach schrecklichen Schmerzen … er war zur Zeit seines Todes 10 Jahre alt – der jüngste von Israels Kriegsgefallenen.“

Die Kinder des Jahres 5767 ( nach jüdischer Zählung) - Gideon Levy, Haaretz, 28.9.07 - Es war ein ziemlich ruhiges Jahr – relativ ruhig.  Nur 457 Palästinenser und 10 Israelis wurden getötet – nach B’tselem, der Menschenrechtsorganisation, einschließlich der Opfer der Qassamraketen. Weniger Todesfälle als in vielen früheren Jahren. Trotzdem war es ein schreckliches Jahr: 92 palästinensische Kinder wurden getötet  (glücklicherweise wurde nicht ein einziges israelisches Kind von Palästinensern getötet trotz der Qassams)  Ein Fünftel der getöteten Palästinenser waren Kinder und Jugendliche – eine unverhältnismäßige, fast nie da gewesene hohe Zahl. Das war im jüdischen Jahr  5767. Fast einhundert Kinder, die am vorigen Neujahrstag noch lebten und spielten, überlebten nicht, um dieses neue Jahr zu erleben.

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