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geboren am
15. Juli 1945 in Augsburg; verheiratet, drei Kinder.
Vier Jahre Volksschule,
danach neun Jahre altsprachliches Gymnasium
mit neusprachlichem Zweig,
1965 Abitur am Gymnasium Rheinberg (Rheinland).
Danach 18 Monate Wehrdienst bei den Fallschirmjägern der Bundeswehr
(5./262). 1966 bis 1969 Studium an der Pädagogischen Hochschule Münster.
Dezember 1969 erste Staatsprüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen,
Februar
1971 zweite Staatsprüfung.
Januar 1981 bis Oktober 1982 Mitinhaber der Firma PR und Text Presse-
und Public Relations-Agentur, München.
Eintritt in die CDU 1962,
Austritt 1969, Eintritt in die F.D.P. 1970.
Vorsitzender des F.D.P.-Bezirksverbandes Westfalen-Nord,
stellvertretender
Landesvorsitzender der F.D.P. Nordrhein-Westfalen,
April 1983 bis Dezember
1994 Landesvorsitzender, Mitglied des Bundesvorstandes der F.D.P.
Mitglied des Bundestages seit 1972;
4. Oktober 1982 bis 12. März 1987
Staatsminister im Auswärtigen Amt,
12. März 1987 bis 18. Januar 1991
Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, 18. Januar 1991 bis
21. Januar 1993 Bundesminister für Wirtschaft,
Mai 1992 bis Januar 1993
auch Stellvertreter des Bundeskanzlers. |
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Quelle:
Newletter vom 5.5.03
www.freunde-palaestinas.de
Arabische Welt verliert mit Möllemann Freund und Geschäftspartner
Von Anne-Beatrice Clasmann
Kairo (dpa) - Die arabische Welt verliert mit Jürgen Möllemann einen
Freund, Fürsprecher und Geschäftspartner. Denn gerade seinekritische
Haltung gegenüber Israel, die ihm in Deutschland im vergangenen Jahr
so viel Ärger eingebracht und letztlich zu seinem politischen Niedergang
geführt hatte, war von arabischen Politikern stets positiv gewürdigt
und von seinen Geschäftspartnern in Nahost wohl wollend anerkannt worden.
"Möllemann war als Präsident der Deutsch-Arabischen großer
Verfechter der arabischen Sache und hat auch in der Wirtschaftsförderung
sicherlich seine Verdienste", meint Peter Göpfrich, Geschäftsführer
der Deutsch-Arabischen Handelskammer in Kairo. Vor allem in den Golfstaaten,
in Libanon und Syrien habe Möllemann sehr gute Kontakte gehabt. "Er
war hier sehr angesehen und wurde als Freund betrachtet", sagte Göpfrich
am Donnerstag.
"Der Tod Möllemanns ist ein großer Verlust für die arabische Welt",
findet Mahdi Hamad vom jordanischen Staatsfernsehen. Die Antisemitismus-Vorwürfe
gegen den früheren FDP-Spitzenpolitiker seien unfair gewesen. Anders
als andere deutsche Politiker habe Möllemann mit seiner Meinung zum
Nahost-Konflikt nie hinter dem Berg gehalten.
Wenig Probleme bereitete Möllemann in der arabischen Welt die Tatsache,
dass die Grenzen zwischen Politik und Geschäft bei ihm oft fließend
waren. Denn, anders als in Deutschland, fand man zwischen Dschidda und
Damaskus nichts dabei, dass der umtriebige Politiker gleich zeitig für
seine Düsseldorfer Beratungsfirma WebTec warb. "Manchmal reiste er als
Minister ein und als WebTec-Chef wieder aus", sagt ein deutscher Geschäftsmann,
der Möllemanns geschäftliche Aktivitäten gut kannte.
In der arabischen Welt konnte Möllemann verschnaufen, wenn es ihm daheim
politisch an den Kragen ging. Als Abgeordneter des nordrhein-westfälischen
Landtags war er im Oktober 2001 nach Saudi-Arabien gereist, wo er einen
Termin bei einem der wichtigeren Prinzen erhielt. Im vergangenen Herbst
hielt er sich längere Zeit in Dubai auf.
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Zynischer
Machtmissbrauch der USA
Verbale Breitseite
Möllemann wirft
USA zynische Machtpolitik vor
Mit markigen Worten meldet
sich Jürgen Möllemann in die Politik zurück: Der ehemalige FDP-Spitzenpolitiker
wirft den USA "zynische Machtpolitik" vor. Ein Krieg gegen den Irak
solle vor allem eines sichern: Milliardengewinne für die Wirtschaft
der USA und ihrer Verbündeten.
Münster - Nach seiner
Überzeugung stehe der Angriffsplan der USA gegen den Irak "definitiv
fest", erklärte Möllemann in Münster. Der Krieg werde Ende Februar oder
Anfang März beginnen. Der ehemalige nordrhein-westfälische Landsvorsitzende
der FDP hielt den "Initiatoren" des Irak-Krieges vor, sie wollten sich
"auf den Energie-, Rüstungs-, Kommunikations- und Infrastruktursektoren
jeweils mehrstellige Milliardengewinne sichern" und die Völker der Nahost-Region
"in direkter Abhängigkeit von den USA und deren Hauptverbündeten halten".
Mit dem Feldzug gegen
den Irak sei "wieder Aktion angesagt", erklärte Möllemann, gegen den
wegen der Affäre um ein Israel-kritisches Flugblatt kurz vor der Bundestagswahl
Ausschlussverfahren aus der FDP sowie aus den Fraktionen in Bundestag
und Landtag laufen. "Man wird die modernsten US-Waffensysteme unter
echten Erprobungsbedingungen vorführen", sagte Möllemann. "Eine unschlagbare
Verkaufsshow in jeder Hinsicht. Sie wird die Lager räumen und weitere
Kaufanreize auslösen." Abertausende Menschen aber würden leiden und
sterben.
Möllemann forderte ein
Aufbegehren der Staatengemeinschaft und ihrer moralischen Instanzen
gegen diese Pläne. Der deutschen Politik warf er vor, sie bleibe "mit
feigen Halbherzigkeiten in Deckung, plappert Bush-Parolen nach oder
macht sich Sorgen ums so genannte Image. Es beginnt in Kürze Krieg vor
unserer Haustür - er wird kühl und gezielt vorbereitet - und dann dieses
Gesäusel", meinte Möllemann.
Willy Brandt und Walter
Scheel hätten klar Position bezogen. Konrad Adenauer gewiss auch, erklärte
der Abgeordnete. "Ihre Enkel gebärden sich wie politische Zwerge. Angsterfüllt,
man könnte sich ja die Zunge verbrennen mit einer klaren Meinung in
einem freien Land." Dringend geboten sei jetzt aber Kriegsverhinderung
durch mutige Politik. Die FDP forderte er auf, in diesem Sinne "endlich
wieder Klartext" zu reden.
Aus:
SPIEGEL ONLINE - 03. Januar 2003
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Klartext. Für Deutschland.
von Jürgen Möllemann
Jürgen Möllemann -
Klartext für Deutschland
- Kostenloses e-book -
"Möllemann oder Wie Politik
wirklich funktioniert", so warb Bertelsmann für Möllemanns im März
2003 erschienenes Buch. Der Verlag verspricht, was ihm Möllemann in
die Feder diktierte: "Ohne falsche Rücksichtnahme analysiert er, wie
heuchlerisch und verantwortungslos das Polit-Management von heute
agiert. Das Buch wird für Anhänger und Gegner gleichermaßen deutlich
machen: Nicht Jürgen Möllemann ist der Skandal, sondern die
politische Elite, die ihn diffamiert und die unabhängige Köpfe
fürchtet wie der Teufel das Weihwasser."
Der Mossad
Außerdem soll der
FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle vom israelischen
Geheimdienst Mossad
erpresst worden sein, um Möllemann abzuservieren. Beim Israel-Besuch
Westerwelles im Mai 2002 habe ein "Mann ohne Namen" dem
Parteivorsitzenden "in unmissverständlichen Worten knallhart gesagt,
dass die israelische Regierung meinen politischen Kopf verlange".
Westerwelle habe später einen seiner kundigen Begleiter gefragt, wer
das gewesen sei, und habe zur Antwort erhalten: "Der Mossad!".
Später soll Möllemann jedes Mal, wenn Westerwelle "angsterfüllt,
entrüstet und weinerlich zugleich davon sprach" gefragt haben:
"Womit, um Gottes Willen, drohen Ihnen diese Leute denn?"
Westerwelle habe bis heute nicht geantwortet. Möllemann glaubte,
dass die Israelis seine eventuelle Ernennung zum Außenminister
verhindern wollten.
Der Spiegel zeigte sich angesichts dieser Story skeptisch: So
habe keiner der Mitreisenden die vermeintliche Mossad-Drohung
bemerkt. Einem der besten Geheimdienste der Welt traue man etwas
geschicktere Methoden zu, als dem "nichtverheirateten Westerwelle"
mit Details aus seinem öffentlich "weitgehend bekannten" Privatleben
zu drohen, schrieb die FAZ. Für den Spiegel ist die
Geschichte "schlicht absurd" und sie "wird dadurch nicht besser,
dass sich Möllemann als Quelle auf Westerwelle selbst beruft."
Die letzten beiden Kapitel des Buchs tragen die Überschriften "FDP
ade" und "Neue Wege braucht das Land". Dem stern sagte
Möllemann dazu: "Der Politik endgültig den Rücken zu kehren, wäre
vielleicht das einfachste. Aber aufgeben ist nicht drin. Dann würde
ich mich selbst aufgeben."
Quelle
Herausgekommen ist ein Buch, das
wohl kein anderer deutscher Politiker hätte schreiben können, ohne
das seine Karriere beendet gewesen wäre. Man mag jetzt einwenden,
daß die politische Karriere von Jürgen W. Möllemann zu diesem
Zeitpunkt bereits beendet gewesen war, doch alle die Dinge, die er
in seinem Buch Klartext anspricht, hat er bereits zu seinen
Lebzeiten vertreten.
Es ist kein Buch, in dem er seinen
politischen Sturz beklagt und nun unbedingt schmutzige Wäsche
waschen möchte, sondern nüchtern, aber mit der ihm eigenen Diktion
zeigt er auf, wie es dazu gekommen ist. Dabei gibt er Einblicke in
die Funktionsweise von Politik und Politikern. Sie ist genauso, wie
es sich Realisten immer gedacht haben: intrigant, an Personen, nicht
an der Sache fixiert, Machtbesessen und Realitätsfern. Möllemann
zeigt deutlich, daß auch, oder gerade Politiker im Prinzip die
negativen Aspekte ihrer Psyche kultivieren müßen, um politisch zu
überleben.
Es ist aber auch ein Buch, in dem
der Zustand des politischen Systems und der politischen Kultur in
unserem Land beklagt wird. An der Sache vorbei, wird ausschließlich
an dem eigenen Machterhalt gearbeitet. Die anstehenden Probleme,
welche Deutschland in der Zukunft lösen muß, werden aus
wahltaktischen Gründen verdrängt. Möllemann plädiert eindringlich
für mehr bürgerliche Freiheit und gegen die praktizierte
Vollkaskomentalität des Staates, die von den Bürgern nicht als
Würgegriff wahrgenommen wird, weil sie vom politischen System verbal
schöngeredet wird.
Er zeigt, daß mehr bürgerliche
Freiheit auch weniger politische Willkür und Verschwendung von
Steuergeldern bedeutet. Demokratie von unten ist seine zentrale
Aussage. Gemeinden und Städte müßen heraus aus der Abhängigkeit des
Bundes. Die Menschen vor Ort wissen besser, was gut für ihre
unmittelbare Umgebung ist, nicht die Regierung in Berlin. Leider
geht Jürgen W. Möllemann in seinem Buch an keiner Stelle auf
Migrationsprobleme ein und auch er bietet keine griffige Antwort des
Problems der Massenarbeitslosigkeit. Seine Aussagen über den Zustand
der Republik jedoch sind treffend und pointiert. Seine Vorschläge
zur Lösung von Problemen sind gut, aber politisch zur Zeit nicht
durchzusetzen.
Alles in allem hat er ein in jeder
Hinsicht mutiges Buch veröffentlicht, das sich bestens lesen läßt.
Er schreibt mit Witz und Verstand. Jürgen W. Möllemann weiß, wovon
er spricht: er besitzt im Gegensatz zu anderen Politikern eine
eigene Meinung, die er auch stets vertreten hat. Es wäre schön, wenn
es mehr Politiker seines Kalibers geben würde.
Quelle
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Jürgen
Möllemann, einer der wenigen Politiker Deutschlands, der sich offen
auf die Seite Palästinas und gegen die israelische Regierung (nicht
gegen Israel) stellte ist gestorben.
Man mag über Motive und finanzielle Verwicklungen streiten. Merkwürdig ist,
das sein Untergang begann, als er engagiert auf das Unrecht das den
Palästinensern geschah hinwies.
Es ist erstaunlich wie einäugig deutsche
Politiker und Medien bei Menschenrechtsfragen sein können und sein
wollen..
Unsere Schuldhafte Vergangenheit, das was den Juden angetan wurde,
haben wir zu bewältigen. Bewältigen auch in dem Sinne, das eine
Kritik an der israelischen Regierung nichts mit Antisemitismus
verwechseln sollten.
Hier hat man mehr
oder weniger bewusst mit der mangelnden Aufklärung breiter Kreise
gespielt und mit der Antisemitismuskeule einen Menschen "erlegt".
Hierbei spielt auch die
Gruppe
Honestly Concerned eine große Rolle.
Die Schuld die wir
an den Juden abzutragen hat ist missbraucht worden.
Friedman und Spiegel hatten diffamierend,
ohne eindeutige Belege seine Israelkritik als Antisemitismus bezeichnet.
(siehe
auch meinen Text zu Karsli)
In keinen der Texte habe ich Antisemitische Äußerungen gefunden,
dafür deutliche Distanzierung davon.
Die Täter müssen nun vor sich selber verantworten, welchen Anteil sie, , am Untergang Möllemanns hat.
mehr >>> |
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D-A-G Newsletter - 5.5.03
Jürgen W. Möllemann in memoriam
Jürgen W. Möllemann ist tot. Seit 22 Jahren war er Präsident der
Deutsch-Arabischen Gesellschaft - nur in der Zeit als Bundeswirtschaftsminister
und deutscher Vizekanzler hatte er dieses Amt niedergelegt und diente
damals der Gesellschaft als Vorsitzender des Beirates. Unsere Gesellschaft
ist zutiefst erschüttert ob dieses herben Verlustes und trauert um einen
großen Deutschen.
Nicht nur für die Deutsch-Arabische Gesellschaft ist der Tod Jürgen
Möllemanns ein tiefer Riß - eine große Lücke klafft jäh auf, die kaum
jemals zu schließen sein wird -, Deutschland hat einen talentierten
authentischen Politiker von Rang verloren, einen großartigen Mann.
Wir schätzten ihn als humorvollen Menschen, seine Spontaneität, seinen
ständig präsenten Witz, sein Engagement, seinen Einfallsreichtum, seine
verblüffende Direktheit und seine blitzschnelle Auffassungsgabe, seine
Offenheit und vor allem seinen Mut. Möllemann war ein Vollblutpolitiker,
der Farbigkeit in die Parlamente brachte und sich wohltuend von der
Mehrzahl mittelmäßiger Parteisoldaten abhob, die die Parteilinie zu
ihrem selbst verordneten Denkhorizont gemacht haben. Wir erlebten Jürgen
Möllemann als einen hochgradig dialogfähigen Menschen, der zuhören konnte
und der viel zu klug war, um sich Denkdogmen zu unterwerfen. Er hielt
sich nie feige zurück, wenn es galt, eine als richtig und gerecht erkannte
Position gegen das Totschweigargument der political correctness und
den politischen Gegenwind einer heuchelnden Mehrheit zu vertreten.
Schon früh faszinierte Möllemann die Begegnung mit der arabischen,
mit der islamischen Welt, die komplementär ist zum säkularen Europa.
Keinem deutschen Staatsmann gelang es je, soviel politisches Kapital
in dem Kulturkreis auf der anderen Seite des Mittelmeers zu sammeln
und so viele Freundschaften zu schließen. Möllemann war der Hoffnungsträger
für alle im In- und Ausland, der sich einsetzte für faires außenpolitisches
Denken im Umgang mit arabischen Ländern. Er hat dem deutschen Namen
im Orient zu Glanz verholfen.
Sein Tod ist ein schwerer Schlag für den ehrlichen Dialog der Kulturen.
Wenn dereinst die internationale Mehrheit den ständigen Bruch des Völkerrechts
und der Menschenrechte in dieser Region nicht mehr bereit ist hinzunehmen,
wenn Fairneß und gerechter Ausgleich zwischen den Völkern und Religionen
zur natürlichen Voraussetzung friedlichen Zusammenlebens werden, dann
wird man den Verlust durch den tragischen Tod Jürgen W. Möllemanns und
seine Leistungen voll erfassen.
Sein Tod ist für uns Ansporn, uns noch stärker für seine Überzeugungen
einzusetzen.
Wir fühlen mit seiner Familie, der in diesen schweren Tagen unsere
Solidarität und unsere tief empfundene Anteilnahme gilt.
Deutsch-Arabische Gesellschaft
Sheikh Abdul Aziz Al Sulaiman
Ehrenpräsident Jeddah
Harald M. Bock
Generalsekretär
Berlin
5. Juni 2003--
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>>> Möllemann bleibt Präsident der Deutsch-Arabischen
Gesellschaft (D-A-G) ! <<<
Jürgen W. Möllemann, MdB wurde gestern in Berlin
auf der Generalversammlung der D-A-G erneut mit überwältigender Mehrheit
für weitere drei Jahre zum Präsidenten der Deutsch-Arabischen Gesellschaft
gewählt!
Möllemann erhielt 156 von 163 abgegebenen Stimmen
(2 Nein und 3 Enthaltungen). Er hat dieses Amt seit 1981 inne. Nur während
seiner Periode als deutscher Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister
hatte Möllemann dieses Amt aufgegeben. In dieser Zeit fungierte er als
Beiratsvorsitzender der D-A-G. ......
Mit eindringlichen Worten Möllemann warnte erneut
vor einem zweiten Irak-Krieg, der für die Region und auch für Europa
unabsehbare Folgen haben werde mit hunderttausenden von Menschenopfern.
Er habe indes aber keine Hoffnung mehr, dass dieser
Krieg noch aufzuhalten sei, da die amerikanische Waffenindustrie ihn
als Werbe- und Verkaufsdemonstration geplant habe. Deutschland würde
in diesen Krieg hineingezogen. Bei deutschen Spürpanzern würde es nicht
bleiben.
Mit skrupelloser Arroganz seien Amerikaner und
Briten dabei, den Mittleren Osten erneut in ein Inferno zu verwandeln
ohne jede Rücksicht auf die dort lebenden Völker.
Ebenso hätten die USA bislang nichts unternommen,
die UN-Resolutionen durchzusetzen, um endlich in Palästina für Frieden
zu sorgen. Dort ginge das Sterben weiter und täglich würden weitere
palästinensische Gebiete verwüstet und enteignet.
Das Ziel der Regierung Scharon sei für jedermann
klar: die endgültige "ethnische Säuberung", also die völkerrechtswidrige
Vertreibung der Palästina-Araber.
>>> Vgl. hierzu auch den Auszug aus der heutigen
dpa-Meldung:
"Berlin/Hamburg (dpa) - Der frühere FDP-Spitzenpolitiker
Jürgen Möllemann hat kurz nach der Wiederwahl als Präsident der Deutsch-
Arabischen Gesellschaft seine Kritik an der israelischen Regierung erneuert.
Die Deutsch-Arabische Gesellschaft wolle «ein
friedliches Miteinander von Palästinensern und Israelis auf der Basis
der Gleichberechtigung», sagte Möllemann am späten Freitagabend vor
Journalisten in Berlin. Israels Ministerpräsident Ariel Scharon sei
«gegen dieses Gleichberechtigungskonzept». Scharon habe «ein Konzept
von Über- und Unterordnung». Er hoffe, «dass die Israelis demnächst
einen anderen an die Stelle von Scharon wählen werden».
Erneut kritisierte Möllemann auch den Vizepräsidenten
des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman. In der Sitzung
habe er gesagt, dass er den «starken Einfluss», den Friedman in Deutschland
habe, «für überzogen» halte, betonte der Ex-FDP-Vize.......
Zwar wolle er in der FDP bleiben. «Aber die FDP
kann mich nicht daran hindern, überhaupt politisch tätig zu sein. Das
heißt, ich werde mir überlegen, wie ich politisch tätig sein kann, wenn
ich rausgeschmissen werde.» Möllemann muss am kommenden Dienstag vor
der FDP-Landtagsfraktion im Rahmen des gegen ihn laufenden Ausschlussverfahrens
Stellung nehmen. Er ist auch vom Ausschluss aus der Partei und der FDP-Bundestagsfraktion
bedroht.
Unterdessen wandten sich erstmals führende FDP-Politiker
offen gegen einen Ausschluss Möllemanns. Schleswig-Holsteins FDP- Fraktionschef
Wolfgang Kubicki forderte in «Bild am Sonntag»: «Die FDP sollte das
Ausschlussverfahren gegen Möllemann fallen lassen. Erstens aus moralischen
Gründen: Möllemann ist nicht gesund. Zweitens wird er auch so keine
Chance mehr haben, Führungspositionen zurückzuerobern. Und drittens
sollte man Möllemann nicht dazu zwingen, in Konkurrenz zur FDP zu treten.»
Das Thüringer Bundesvorstandsmitglied Andreas Kniepert forderte, das
Verfahren «so lange zurückzustellen, bis die Ergebnisse der staatsanwaltschaftlichen
Ermittlungen vorliegen - und Möllemann völlig gesund ist». Auch Sachsens
FDP-Chef Holger Zastrow sprach sich gegen einen baldigen Ausschluss
Möllemanns aus den Parlamentsfraktionen aus.................
Mitte 2002 hatte es wegen Möllemanns Kritik an
der israelischen Regierung und an Friedman heftigen Wirbel um die
Deutsch-Arabische Gesellschaft gegeben.. .....18.01.2003, 12:12 "
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Fall Möllemann – ungeklärt
- Anneliese Fikentscher/Andreas Neumann - Die Geschichte der
Bundesrepublik Deutschland kennt etliche Politiker, deren
plötzlicher unnatürlicher Tod Aufsehen erregte und bisher nicht
geklärt ist. Zu ihnen gehören Heinz Herbert Karry, einst
FDP-Schatzmeister, Uwe Barschel (CDU), schleswig-holsteinischer
Ministerpräsident, Detlev Karsten Rohwedder (SPD), Präsident der
Treuhandanstalt, und der FDP-Politiker Jürgen W. Möllemann, ehemals
Bundesbildungsminister, der später gern Bundesaußenminister geworden
wäre. Wie er im Juni 2003 beim Fallschirmspringen ums Leben kam,
blieb ein Rätsel
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Der Fall Möllemann - oder wie
weit darf Kritik an Israel gehen? *
- Von Alexander Boulerian - Nur eine Stunde nach dem
einstimmigen Beschluss zur Aufhebung seiner Immunität als
Bundestagsabgeordneter sprang der einstige FDP-Spitzenpolitiker
Jürgen W. Möllemann am 5. Juni 2003 in den Tod. Möllemanns Untergang
und dessen Begleitumstände sind symptomatisch für den Niedergang der
politischen Klasse in diesem Land. Unabhängig davon, ob sich sein
Tod schließlich als Selbstmord erweisen wird oder ob Fremdeinwirkung
im Spiel war - schon jetzt steht fest, dass der einstige
FDP-Spitzenpolitiker einem Vernichtungsfeldzug nicht nur seiner
eigenen Parteispitze, sondern des gesamten politischen
Establishments zum Opfer gefallen ist ... mehr >>>.
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Die Antwort von
Jürgen Möllemann -
auf eine
E-Mail das ich ihm schrieb. - Do 02.05.2002
15:42
Sehr geehrter Herr Arendt,
Sie haben mir Ihre Meinung
betreffend meiner Haltung zum Nahost-Konflikt mitgeteilt..........
Über Israel kritisch zu
sprechen, müssen wir in Deutschland wohl erst noch lernen. Das zeigen
mir die fast viertausend Zuschriften in den letzten zwei Wochen. Wer
mich oder andere Teilnehmer im Meinungsforum auf meiner Homepage ansprach,
wählte seine Worte öfter mit viel Gefühls-Aufwallung. Wer mir sozusagen
nicht-öffentlich schrieb, blieb fast immer sachlich und besorgt. Das
gilt für die über 95 Prozent der Stimmen, die mich in meinem Engagement
ermutigten, ebenso wie für meine Kritiker. Wir alle wissen, weshalb
es bis heute ein Tabu ist, Israel als Deutscher zu kritisieren. Was
das verbrecherische Nazi-Regime vor allem den Juden angetan hat, bleibt
die schwere Last unseres Volkes. Diese Schuld hat das Tabu begründet,
von dem ich rede. Tabus bergen immer die Ungewissheit, was die Menschen
wirklich denken, wenn sie darüber nicht reden. Nicht selten täuschen
Tabus in Political Correctness eine Einhelligkeit vor, die es gar nicht
gibt. Kritisches Denken und eigenständiges Urteil fördern sie nicht.
Wenn Bekenntnisse aber zu Formeln werden, was sind sie dann wert? In
Israel gibt es eine große Mehrheit, die längst für das friedliche Nebeneinander
eines Staates Israel und eines Staates Palästina eintritt. Es ist eine
der Wirkungen von Ariel Sharons Politik, dass sie ihre Stimme nicht
so laut erheben kann. Wer wie das Volk von Israel mit der täglichen
Angst vor Selbstmordattentaten leben muss, schart sich hinter der Regierung,
die sie schützen soll. Das ist wenig Raum für eine Diskussion, wer und
was diese entsetzliche Eskalation der Gewalt verursacht hat. Die Menschen
in Israel sehnen sich nach dem friedlicheren Leben, das sie hatten.
Ihren Nachbarn, den Palästinensern, geht es in dieser Hinsicht ähnlich.
Auch sie möchten sich nicht mehr täglich vor Militärschlägen der hochmodernen
israelischen Armee fürchten müssen und auch nicht vor gezielten Schüssen
auf Landsleute, die auf Todeslisten stehen. Die Palästinenser möchten
schon lange nicht mehr in Flüchtlingslagern leben. Sie wünschen sich
für ihre Kinder eine gute Ausbildung. Sie träumen von einem besseren
Lebensstandard. Den wirtschaftlichen Erfolg haben sich die Israelis
erarbeitet. Ihre Nachbarn, die Palästinenser, würden gerne unter Umständen
leben, die ihnen diese Chance auch eröffnen. Nicht zufällig sind Palästinenser
in den arabischen Ländern sehr erfolgreich. Sie könnten es zu Hause
ebenso sein. Was für eine Perspektive für die Großregion, würden sich
zwei Völker, Israelis und Palästinenser, zwei Staaten, Israel und Palästina
zu zwei erfolgreichen Volkswirtschaften inspirierend addieren. Stellen
wir uns vor, sie würden mit weiteren Nachbarn eine Freihandelszone bilden
wie EU oder NAFTA. Vielleicht müssen sich alle Beteiligten solch fernen
Visionen zuwenden, um zu begreifen, was der Friede wert wäre.
Bitte setzen Sie sich
mit mir für eine faire Lösung ein, die Israelis und Palästinensern gleiche
Rechte gibt.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Jürgen W. Möllemann
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Linksammlung |
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Kostenloses e-book (Klartext für Deutschland) über
Jürgen Möllemann |
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Wahlschreiben von J. Möllemann zur Bundestagswahl
2002
zum vergrößern bitte anklicken.
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Aufstand der Demokraten gegen
Antisemitismus? |
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Als
Tondokument ein Gespräch mit J. W. Möllemann
Kann es zu einer Vermittlung zwischen Israelis und Palästinensern kommen?

Martin Zagatta im Gespräch mit Jürgen W. Möllemann,
Vorsitzender der Deutsch-Arabischen Gesellschaft
Deutschlandfunk-Interview am Morgen, 14. März 2002
Interview am Morgen Audiofassung
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Deutsch-arabische Gesellschaft: "Möllemann
war kein Antisemit"
- Spiegel
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Jürgen W. Möllemann in memoriam
D-A-G Newsletter - 5.5.03
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Wütend über spontanen Freitod
Wolfgang Kubicki nimmt es seinem Freund Jürgen Möllemann ziemlich übel,
dass der seine Familie einfach so zurückgelassen hat.
... weiter |
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Ein Blick auf den beispiellosen
Niedergang der Politik Zum Tod von Jürgen W. Möllemann |
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Beisetzung: Möllemanns Freunde weinen
und klagen an
Tausende haben von Jürgen Möllemann Abschied genommen. Bei dessen Beerdigung
in Münster erschien Schalke-Präsident Gerd Rehberg und Manager Rudi
Assauer mit einer Vereinsfahne. Möllemanns früherer Parteifreund Wolfgang
Kubicki richtete bittere Worte an die FDP-Spitze. |
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Der Fall Jürgen Möllemann |
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Beerdigung
– Attacken gegen FDP-Spitze am Grab |
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Möllemanns Schatten: Stachel im Fleisch
der FDP
Jürgen Möllemann beging aller Wahrscheinlichkeit nach Selbstmord. Über
das Web organisieren seine Anhänger nun Aktionen gegen die FDP-Spitze,
die sie für den Freitod verantwortlich machen. Seine ehemalige Partei
ist verunsichert.Video
– Möllemanns Todessprung aufgenommen |
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Vorwürfe
– Kubicki schießt gegen Rexrodt |
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Fotos
– Die Beerdigung von Jürgen Möllemann
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Bilder
– Der Tod des Politikers |
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Rätsel um Möllemanns Tod: "Haben
wir irgendwas übersehen?"
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Raymund Schwager: Martin Walser, Jürgen Möllemann
und der Antijudaismus |
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NETZEITUNG DEUTSCHLAND: Chronologie der Möllemann-Affäre |
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"Klartext": Möllemann bei Gabi Bauer
Ein Buch sorgt für neuen Missmut in der FDP |
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Der antisemitische
Komplex
Eine selbstkritische Konzeption
des Feindes: Zur Doppelgestalt von Judenhass und Araberhass Die
verschiedenen Formen des Hasses haben ihre Geschichte. Damit gilt es
sich auseinander zu setzen, anstatt Fremdenfeindlichkeit, Rassismus
und Antisemitismus weiterhin so zu behandeln, als wären sie... |
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