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Presseerklärung
der Schura
Hamburg e.V. zu Mord und Gewalt
Ehrenmorde
– und Schuld ist wieder einmal der Islam
Die aktuellen
Ereignisse, und das damit im Zusammenhang stehende Benennen des
Islam als Ursache für Ehrenmorde sowie Zwangsverheiratungen,
erfüllen uns mit Sorge.
Die Schura bezieht
klar Position, dass jede Form von physischer und psychischer Gewalt
gegen Mädchen und Frauen eine schwere Menschrechtsverletzung ist und
bestraft werden muss.
Der Islam
legitimiert in keinster Weise die Ausübung von Gewalt, weder das
Ermorden, noch die Zwangsverheiratung.
Mädchen und Frauen
haben die gleichen Rechte auf eine gewaltfreie Erziehung, ein
selbstbestimmtes Leben und die freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit
wie Jungen und Männer.
Der Qu’ran sagt: „Es
gibt keinen Zwang im Glauben.“(2:256) Dies beinhaltet Zwang
jeglicher Art. Der Zwang zu einer anderen Lebensweise als auch der
Zwang zu einer Ehe kann nicht von der islamischen Lehre abgeleitet
werden.
Der Qu’ran sagt:
„Wer einen Menschen tötet, so ist es, als hätte er die gesamte
Menschheit getötet; und wer einem Menschen das Leben erhält, so ist
es, als hätte er der gesamten Menschheit das Leben erhalten.“(5:32)
Es ist keinem Muslim erlaubt Selbstjustiz auszuüben und nach eigenem
Gutdünken über Leben und Tod zu entscheiden. Dies gilt ebenso für
Selbstmord als auch für Selbstmordattentate.
Beiträge von
selbsternannte Islamexperten sowie Islamkritikern, die mit ihren
oftmals undifferenzierten und verallgemeinernden
Negativdarstellungen des Islam und der Muslime im Allgemeinen
glänzen, sind sicherlich medienwirksam aber äußerst kontraproduktiv,
wenn es darum geht, Licht ins Dunkel zu bringen.
Die Arbeit von
bestehenden interkulturellen Beratungseinrichtungen hingegen, in
denen aktiv und präventiv daran gearbeitet wird, dass Mädchen und
Frauen ihre Rechte kennen und wissen, wo sie Schutz gegen Gewalt
finden können, ist äußerst produktiv und sollte ausgeweitet sowie
von Migrantenselbstorganisationen unterstützt werden.
Oberflächliche und
pauschalisierende Debatten haben uns noch nie weiter gebracht und
werden es auch diesmal nicht tun. Wir wollen unsere Kompetenzen
dafür nutzen gemeinsam etwas dafür zu tun, dass Ehrenmorden,
Zwangsverheiratungen und Gewalt im Allgemeinen jeglicher Boden
entzogen wird und dass Religion nicht zur Legitimation
instrumentalisiert wird.
Die Schura beteiligt
sich aktiv an Fachgesprächen zu den Themen Zwangsverheiratung,
weibliche Genitalverstümmelung sowie häusliche Gewalt und wird auch
weiterhin ihren Beitrag dazu leisten, geschlechterdiskriminierenden
Menschenrechtsverletzungen entgegen zu wirken.
SCHURA e.V. - Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg
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