KRITIK AN DEN MEDIEN. Shimon Stein sieht
"verzerrtes Bild Israels"
von Günter Schenk
Auch der höchste
diplomatische Vertreter "der einzigen Demokratie im Nahen und Mittleren
Osten" in Berlin wird kaum umhin kommen, sich an die Rolle einer freien
Presse in, nicht "einer einzigen", sondern einer ganz normalen Demokratie
unter anderen, zu gewöhnen: Information und kritische Kommentierung des
Geschehens.
Das Ergebnis, in den Köpfen der Mediennutzer, entsteht dann nicht als
Folge von "Parteiichkeit der Medien" sondern als Folge des Beobachteten.
Und da liegt es allein an Israel, bessere Bilder zu liefern. Als
Besatzungsmacht, als Landzerstörer, Landdieb, Häuserzerstörer, Mauerbauer,
als Angreifer, Unterdrücker, ethnischer Säuberer hat es allerdings in
einer freien Gesellschaft mit freien Medien schlechte Karten.Staatsterror
ist kaum geeignet, Sympathien zu erzeugen.
Mein Vorschlag: Wechsel des Kartenspiels, "Die Sieben Familien" gegen
"Lügenpoker". Wenn Israel aufhört, Palästinenser zu terrorisieren, als
Mitbürger, als Nachbarn zu respektieren, steht auch "Normalität" nichts
mehr im Wege. Dazu ist die sehr große Mehrheit der deutschen
Öffentlichkeit bereit, nicht nur Israel gegenüber sondern, als Freund und
Partner den Völkern dieser Welt. Dies beweist gerade in diesen Tagen die
große Opferbereitschaft. Und, dies würde Israel gegenüber auf öffentlicher
Ebene das vervollkommnen, was auf privater Ebene durch Freundschaften und
Verständnis längst Wirklichkeit ist.
Was das von Shimon Stein bemerkte Zerrbild angeht, so kann, um bei der
Metapher Botschafter Steins zu bleiben, ein schlechtes Bild auch durch den
besten Spiegel nicht entzerrt werden. Selbst mit Kosmetik ist da wenig zu
machen.
Günter Schenk
5, rue des cigognes
F-67930 Beinheim
(Mitglied des "Collectif Judeo-arab et citoyen pour la Paix" Strasbourg)
URL:
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/kultur_und_medien/medien/?cnt=617472
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Shimon Stein sieht "verzerrtes Bild Israels"