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Finkeilkraut ist nicht zu verstehen...
von Günter Schenk

Leserbrief

Finkielkraut ist nicht zu verstehen: verlangt er tatsächlich von Europäern, von Franzosen und Deutschen,
Äquidistanz zum Besetzter und Besetzten ? Dies von einem Franzosen, der die Geschichte eines besetzten
Landes kennen muss, zu lesen, erstaunt.

Sind es die Palästinenser, so frag ich ihn, die Israel besetzt halten und tagtäglich von Land und aus der Luft
das Land bedrohen ?
Sind es Palästinenser, die Olivenbäume von Isaeli (1.176.631 seit Januar 2000) entwurzeln ?
Sind es Palästinenser, die mit Gummigeschossen Israeli verwundeten (6.279 seit Jan. 2000) ?
Sind es Palästinenser, die israelische Mütter daran hindern, ihre Kinder in den Krankenhäusern zu gebären ?
Sind es Palästinenser, die täglich israelisches Land und Wasser rauben ?
Sind es Palästinenser, die, seit Januar 2000, 7.695 Häuser von Israeli zerstört haben ?

Hat er von der Resistance seines Landes gegen unrechtmäßige militärische Besatzung während des 2. Weltkrieges wirklich nichts gelernt ? Oder meint er vielleicht, all das, weil es im Nahen Osten geschähe, sei etwas völlig Anderes ? Alain Finkielkraut, was würde Ihnen Albert Camus antworten? so frag ich ihn. J-P Sartre würde sich im Grabe umdrehen, wenn er seine Aussagen lesen müsste.

Ach, wie einfach macht es sich Finkielkraut (und wie verdreht dabei die Tatsachen), wenn er Israel-Kritiker so mir- nichts-Dir-nichts, zu Israel-Hassern stempelt. Damit tun er Israel sicher keinen Dienst, seine Kritiker jedoch beleidigt er, denn: Israel zu lieben, heißt, im Lichte der Besatzungspolitik, zu allererst: Israel zu kritisieren. Ehrlich und darum wirksam und nicht lauwarm, wie er es offensichtlich wünscht. Lasst uns dann über die Politik des palästinensischen Staates reden, wenn er denn einmal existiert, als freier, unabhängiger, demokratischer Staat. Die Grundlagen für das letzte Attribut hat er - spätestens - am vergangenen Sonntag gelegt, die übrigen Ingredienzen sind ihm, dank Israels, bisher leider nicht vergönnt. Weiß all das Alain Finkielkraut nicht ? Oder will er es nicht wissen ?

Günter Schenk,
5, rue des cigognes
F-67930 Beinheim
(membre du "Collectif Judeo-arab et citoyen pour la Paix Strasbourg")

Lesen Sie Alain Finkielkraut in der Standard.at:
http://derstandard.at/?url=/?id=1922434
 

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