Offener Brief an den Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in
Israel
Sehr geehrte Exzellenz,
lieber Genosse,
sehr geehrter Herr Botschafter Dressler,
ich las Ihren in meiner israelischen Lieblingszeitung Haaretz
veroeffentlichen Artikel - eine Art Conclusio Ihrer vierjaehrigen
Taetigkeit als Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Tel Aviv.
Zunaechst frage ich mich: was haben Sie in den vier Jahren in Israel,
ausgestattet mit einem gueltigen Diplomatenpass, der Ihnen jederzeit
Zugang zu jedem oeffentlich zugaenglichen Ort in und um Israel gewaehrte,
getan ? Haben Sie tatsaechlich Ihre Augen verschlossen, als Ihr Chauffeur
Sie in Ihrem gepanzerten Dienstwagen an den Checkpoints vorbeifuhr, ueber
km-lange neue Strassen, "nur fuer Juden" in den besetzten Gebieten ?
Haben Sie wirklich nichts gehoert, gelesen ueber die Enteignungen,
Haeuserzerstoerungen, mutwillige Vernichtung jahrhundertealter Olivenhaine
und geschuetzter Baudenkmaeler ? Haben Sie in diesen ehren- wie
wertvollsten Jahren in einem Diplomatenleben niemals Kontakt aufgenommen
zu den kleinen aber umso feineren Gruppen kritischer israelischer
Intellektueller, die eine so vollkommen andere Sicht haben auf ihren
eigenen Staat ? Kennen Sie diese Gruppen vielleicht garnicht ? Das waere
eine schwerwiegende Unterlassung Ihrer Mitarbeiter, deren Aufgaben sich
gewiss nicht auf die Vor- und Nachbetreuung von Besuchern von Yad Vashem,
so wichtig diese sind, geschraenken.
Auch ich, grosso Modo mit der Ihren aehnlichen zeitlichen und
geschichtlichen Erfahrung, aufgewachsen in einer Atmosphaere der
kritischen Auseinandersetzung mit dem Nazi-Regime, seiner Bedingungen und
Verbrechen, habe mir zeitlebens die Frage gestellt: "Wie fast ein ganzes
Volk derart blindlings einem Verbrecherregime (es war ja nun nicht nur ein
einziger Mann, ganz oben!) verfallen konnte. Diese Frage trennt uns
gewiss nicht.
Inzwischen weiss ich allerdings darueber mehr, weiss, z.B., wie aus dem
grossen, freiheitsliebenden amerikanischen Volk schleichend und
zielstrebend ein bellezistisches, sich traumatisch in Lebensgefahr
fuehlendes Volk gemacht wurde, weiss, wie teufliche Propaganda wirken
kann. Goebbels Schueler lassen gruessen ! Sie leben. Davor ist leider auch
die Demokratie nicht gefeit.
Was uns aber sicherlich trennt, ist die Verantwortung die wir aus diesem
Jahrhundert-, wenn nicht Jahrtausend-Desaster des sogenannten 3. Reiches
fuer uns selbst und fuer unser Land, das ganze deutsche Volk, erkennen.
So steht fuer mich ausser Zweifel, dass aufgrund des von "unseren Vaetern"
begangenen Unrechts auf gar keinen Fall neues Unrecht an Anderen, an
mit den
Untaten unseres Volkes und seiner verbrecherischen Regierung
Unbeteiligten ausgehen darf. Da scheinen sich unsere Geister nun
wirklich zu scheiden. Dies sage ich Ihnen als Mitglied, seit dem Jahr
1966, der gleichen Partei, der auch Sie angehoeren.
Gerade dies aber scheinen Sie nicht nur zu akzeptieren, nein, Sie
unterstuetzen gerade dies und machen sich - so muss ich dies sehen -
erneut schuldig,
schuldig an dem Volk der Palaestinenser. Weiter unten gehe ich darauf im
Einzelnen ein.
Ihre historischen Kenntnisse muessen dies auch Ihnen sagen, obwohl Ihr
Artikel in Haaretz leider keinerlei Vorkenntnis oder Sensibilitaet fuer
die Vorgeschichte, die Entstehung und den offensichtlich noch nicht
abgeschlossenen Vorgang der Staatsbildung - keine Verfassung, keine
deklarierten Staatsgrenzen, einmalig fuer ein Mitglied der Vereinten
Nationen !!! - Israels erkennen lassen.
Stattdessen beten Sie, wie aus Communiques des Presseamtes der Regierung
abgeschrieben, die angebliche Bedrohung, den andauernden Ueberlebenskampf
des Staates nach, eines Staates mit der zweit- oder drittstaerksten Armee
der Welt, mit Atomwaffen, Traegersystemen aus dem Land, der Luft und dem
Wasser (3 U-Boote der Delphin-Klasse aus Kiel mit Abschussvorrichtung fuer
taktische Atomwaffen), eines Staates, der im Jahre minus 1 vor der
Staatsgruendung nicht zurueckgeschreckt ist, biologische Waffen zur
Eroberung einer der schoensten nah-oestlichen Staedte in der Levante, Akko,
einzusetzen.
Nein, dies koennen Sie eigentlich nur sagen, wenn Sie sich mit
Scheuklappen versehen haben: dass der Staat Israel von seinen Nachbarn
bedroht ist. Schon gar nicht aus den militaerisch besetzten und entgegen
dem Voelkerrecht zielstrebig besiedelten - und in den Jahren Ihrer
Taetigkeit zerstueckelten - Rest-Palaestina.
Wenn es eine ernstzunehmende Gefaehrdung fuer den Staat Israel gibt, so
kommt diese aus dem Inneren des Staates, aus der Immoralitaet der
Besatzung, aus Mangel an Legitimitaet (worauf schon kurz nach 1967 Y.
Leibwoitz hinwies), aus der moralischen Zerruettung einer entfesselten,
militarisierten Jugend. Es sind nicht die Palaestinenser, die Israel in
seinen Grundfesten gefaehrden. Alles, was die Palaestinenser verzweifelt -
und systematisch von der Regierung, bei der Sie akkredidiert sind
hintertrieben - suchen, ist ihr eigener kleiner Staat, auf einem Bruchteil
des Gebietes, welches noch zu meiner fruehen Kindheit "Palaestina" hiess.
Fuer Sie beginnt die unertraegliche Gewalt vier Wochen nach Ihrer Ankunft
in Tel Aviv. Sicher, niemand wird Ihnen veruebeln, wenn Sie in den ersten
Wochen
in wichtiger und schwieriger Mission Einarbeitszeit benoetigten, aber, Sie
wissen genau wie jeder Interessierte, was der 2. Intifada vorausging, die
nicht umsonst
"Al-Aksa-Intifada" genannt wird. Sie wissen genau, mussten es wissen,
welche Enttaeuschung durch alle Schichten der palaestinensischen
Gesellschaft
ging, als klar wurde, dass die hoffnungfvollen Jahre des "Oslo-Prozesses"
von israelischen Seite genutzt worden war, eine Vervielfachung der Zahl
der
Siedler, entgegen dem internationalen Recht, in den besetzten Gebieten
vorzunehmen. Hier machten sich gerade auch fuehrende Politker der uns so
vertrauten
und mit uns befreundeten Arbeitspartei schuldig.
Was das Widerstandsrecht und den tatsaechlich ausgeuebten Widerstand der
Palaestinenser angeht: hier sollten Sie sich keine voreilige Kritik
erlauben, schliesslich waren es SS- und Gestapo-Schaergen, die den
Widerstand in Polen, in Frankreich (der Grossvater meiner frz. Ehefrau war
direkt betroffen) als terroristisch verfolgten, den strukturellen
Terrorismus ihrer eigenen Anwesenheit als deutsche Besatzer nicht
erkennend.
In Ihrem Artikel stellen Sie, rhetorisch, die Frage, "was Deutschland tun
wuerde, wenn ... Erfurt 2002 usw.". Nahezu wortgleich las ich dies in
einer Presseerklaerung der israelischen Botschaft in Berlin. Das ist eine
für einen politisch denkenden und aufgeklaerten Menschen unverstaendliche
Verdrehung. Viel mehr muessten Sie (sich und Ihre Leser) fragen:
Wie saehe die deutsche Gesellschaft aus, wenn die Bundesrepublik
ihre Existenz auf dem Boden und Eigentum eines anderen Volkes aufgebaut
haette ?
Wie saehe die deutsche Gesellschaft aus, wenn der
Staats-Neugruendung die Massenvertreibung, vielfacher Mord und
Mordandrohung, Enteignung von Hab und Gut, Zerstoerung hunderter Doerfer
vorausgegangen waere ? (Der Begriff NAKBA duerfte Ihnen nicht unbekannt
sein)
Wie saehe die deutsche Gesellschaft aus, wenn dies nicht nur vor
und waehrend der Staatsgruendung geschehen wäre, sondern fortlaufend
geschieht ?
Wie saehe die deutsche Gesellschaft aus, wenn die Bundesrepublik
Deutschland fortwaehrend militaerische Besatzung über ihren Nachbarn
ausuebte ?
Wie saehe die deutsche Gesellschaft aus, wenn deutsche Waffen,
Flugzeuge, Soldaten taeglich gezielte und weniger gezielte Toetungen im
Besatzungsgebiet
durchfuehrte ?
Wie saehe sie aus und mit welcher Reaktion ihrer Opfer muesste "die
deutsche Gesellschaft" rechnen, wenn.....?
All diese Fragen stellt sich Ihre Exzellenz, Herr Botschafter nicht. Sie,
beten, "Asche auf Ihrem Haupte", schuldbeladen, (sind Sie das denn
wirklich? das stimmt doch nicht, das ist doch nicht wahr) in
liebedienerischer Weise, die Propaganda des Besatzers nach. Daraus
entsteht kein gegenseitiger Respekt.
Darf das ein deutscher Botschafter ? Er darf das gerade darum gewiss
nicht, weil es zwischen 1939 und 1945 Deutsche waren, die genau so, wie
oben
beschrieben, mit den Nachbarn (und dem eigenen Volke) umgingen, die
Menschen dieser Laender, und die ganze Welt, damit in ein nie dagewesenes
Elend stuerzte und in Konsequenz die Existenz des eigenen Volkes und
Staates gefaehrdete bis zum voelligen Zusammenbruch.
Für mich bleibt, nach Lektuere Ihres Berichtes in Haaretz, folgend
Feststellung:
Der Genosse Dressler hat die vier Jahre seiner Taetigkeit nicht dazu
genutzt, sich in der israelischen Zivilgesellschaft umzusehen nach den
Kraeften, die all dies als unverzeihliches Unrecht ansehen. Als Unrecht
gegenueber den verfolgten.entrechteten und erniedrigten Palaestinensern
und als Unrecht gegen die eigenen Buerger, die missbraucht und verfuehrt
durch eine angeblich dauerhaft vorhandene Unsicherheit und Bedrohung sich
veranlasst sehen, das vom eigenen Staat begangene Unrecht umzumuenzen "als
ihr gutes Recht". Der Botschafter Dressler hat seine Aufgabe nicht darin
gesehen, die Freunde aufmerksam zu machen
auf das, was nach eigener deutscher Erfahrung als gefaehrlicher Irrweg
angesehen werden muss. Er hat damit weder seinem Entsendestaat noch seinem
Gastland, am wenigsten dem juedischen Volk, einen Dienst erwiesen.
Besonders ihm und seinem Wohlergehen muessen sich Deutsche nach dem
Geschehenen verpflichtet fuehlen, am besten bei uns in Deutschland, ohne
Schaden fuer Andere.
Herzlichen Grruesse, verbunden mit guten Wuenschen fuer das Jahr 2005 und
Ihre hoffentlich friedenstiftende Taetigkeit
zum Wohle unserer beiden Voelker und zum Segen der Palaestinenser
Guenter Schenk
Beinheim, Frankreich
(membre du "Collectif Judeo-arab et citoyen pour la Paix Strasbourg")
http://www.nahost-politik.de/deutschland/dressler.htm
Vier Jahre Botschafter in Israel:
Für einen Deutschen prägende Jahre
Die gesicherte Existenz Israels – Teil der deutschen Staatsraison
Von Rudolf Dressler
Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Israel
Haaretz, 5. Dezember 2004
Vier Jahre in Israel leben und arbeiten bedeutet, sich einem
permanenten Zielkonflikt ausgesetzt zu sehen. Einerseits hat man das
Empfinden, bereits 15 Jahre im Land zu sein. Andererseits frage ich mich:
Wo sind diese vier Jahre geblieben? Meinem ersten Arbeitstag am 01.
September 2000 folgte vier Wochen später, am 28. September, der Beginn der
sogenannten zweiten Intifada. Der Ablauf schrecklicher Ereignisse mit
traumatischen Folgen hat das Land Israel in Atem gehalten.
Die israelische Wirklichkeit erlebte vier Jahre lang durchschnittlich an
jedem 10. Tag ein Selbstmordattentat und täglich 10 Schussanschläge. Dass
dieser Schrecken nicht spurlos an einer Gesellschaft vorbeizieht, ist
zwingend.
Aus vier Flugstunden Entfernung die veröffentlichte Meinung in Deutschland
zum Nahen Osten, besonders zu Israel, in diesen Jahren zu lesen, zu hören
und zu sehen, provoziert eine Frage: Was und wie würde in Deutschland
kommentiert und berichtet, wenn das tragische Ereignis von Erfurt im Jahre
2002 – der Amoklauf, der 16 Menschen das Leben kostete – sich alle 10 Tage
wiederholen würde? Wenn in Deutschland durchschnittlich 10 Mal täglich
Schussanschläge gezählt werden müssten, bliebe die Bevölkerung weitgehend
gelassen? In welcher Verfassung wäre mein Land, wenn im Rahmen unserer
Bevölkerungsrelation in vier Jahren über 12.000 Tote und annähernd 70.000
Verletzte zu beklagen wären? Terror aus weiter Entfernung zu kommentieren
ist etwas grundlegend anderes als Terror zu erleben.
Wo immer man sich in Israel bewegt, jeder Tritt ist Geschichte. Ob
religiös oder nicht, nur der Ignorant kann sich der Aura dieser Region
entziehen. Das Leben innerhalb der israelischen Gesellschaft erinnert mich
immer wieder an jene zentrale deutsche Frage, mit der meine Erziehung zu
politischer Aktivität begonnen hat und auf die ich bis heute keine Antwort
weiß: Wie konnte die verbrecherische Zwangsvorstellung Hitlers, sein
Antisemitismus, der zum Völkermord antrieb, sich in Deutschland
durchsetzen? Warum hat die Mehrheit sich daran beteiligt, hat zugeschaut,
hat weggesehen? Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, mit
der Einmaligkeit der Verbrechen, lässt mich gerade in Israel die immer
wieder von Einzelnen provokativ initiierte sogenannte "Schlußstrich-Debatte"
als gegen deutsches Interesse gerichtetes Engagement empfinden. Es ist ein
gutes Gefühl, dass solche Versuche immer gescheitert sind, egal, ob sie
aus Dummheit oder Berechnung gestartet wurden.
Knapp 60 Jahre nach dem Ende von Nazi-Deutschland, knapp 40 Jahre nach dem
Beginn diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und der Zweiten
Deutschen Republik, operiert die Deutsche Botschaft in Tel Aviv in einem
für die deutsche Diplomatie einzigartigen Umfeld. Deutschland gilt heute
für viele israelische Führungskräfte politisch und wirtschaftlich,
wissenschaftlich und technologisch als zweitwichtigster Partner nach den
USA. Deutschland gilt darüber hinaus als einer der wichtigsten Partner in
der kulturellen und zwischengesellschaftlichen Zusammenarbeit. Die
israelische Führungsschicht schätzt uns als wichtigen Partner innerhalb
Europas und den Vereinten Nationen. Wir sind der zweitwichtigste
Außenhandelspartner. Außergewöhnlich eng ist die
wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit.
Das Netz von Austauschbeziehungen hat hohes politisches Profil. Es ist nur
vergleichbar mit unserer Zusammenarbeit mit Frankreich, Polen oder den
USA. Und wir zählen über einhundert Städte- und Kreispartnerschaften. Auch
auf der Ebene der Zivilgesellschaft sind die Beziehungen ungewöhnlich
dicht. Selbst im militärischen Bereich haben wir außerhalb der NATO kein
Land mit vergleichbar engen Beziehungen. Gleiches gilt für das Netz
deutscher Präsenz in Israel. Zusammengefasst: Die Beziehungen waren nie
enger, waren nie besser. Gleichwohl gilt das Sprichwort: "Das Bessere ist
der Feind des Guten!" Aber wir, die Deutschen, müssen wissen, wo es
geboten erscheint, müssen wir es lernen: "Das Eis ist nach wie vor dünn!"
Knapp 60 Jahre sind in einem Leben sehr viel, manchmal mehr als ein ganzes
Leben. In der Geschichte sind 60 Jahre ein Windhauch, fast nichts. Auch
diese Wahrheit ist kein israelisches Problem, sondern vielmehr ein
deutsches.
Die Erweiterung der Europäischen Union auf 25 Staaten ist historisch zu
nennen. Die einheitliche Währung grenzt an ein Wunder. Die damit
verbundene Wirtschaftskraft ist vorläufig unvorstellbar. Die darin
liegenden Chancen sind nur gering beschrieben. Mehr Menschen als in den
Vereinigten Staaten. Mehr Kaufkraft als in den USA; mehr Wirtschaftskraft.
Diese Tatsache und diese Aussichten vor den Toren des Staates Israel. Die
europäische Entwicklung schreitet voran, nicht nur ökonomisch, auch
politisch. Ob es gefällt oder nicht: Europa wird eine größere Rolle
spielen, auch im Nahen Osten. Daraus folgt: Israel muss sich entscheiden.
Nur der Versuch eines ökonomischen Anschlusses oder auch eine politische
Neujustierung? Abwarten – das Günstigkeitsprinzip suchen – wird keine
Lösung sein. Die Debatte um eine teilweise Emanzipation von den
Vereinigten Staaten wird Israel nicht erspart bleiben.
In meinen 40 Jahren Politik – Regierung, Parlament, Partei und
Gewerkschaften – habe ich u.a. einen Satz von John F. Kennedy
verinnerlicht: "Wer Realitäten verändern will, muss zunächst bereit sein,
diese zur Kenntnis zu nehmen." Ich habe mir in meinem Leben nie Gedanken
machen müssen über die Existenzberechtigung meines Landes, obwohl
Deutschland im vorigen Jahrhundert die Welt zweimal an den Abgrund
brachte. Meine Sozialisation unterscheidet sich grundlegend von derjenigen
eines Israelis. Keine tägliche Bedrohung! Keine Aberkennung der
Existenzberechtigung! Kein Kampf um den eigenen Staat! Deshalb gebrauche
ich das Wort "Sicherheit" als Schlüsselbegriff für einen Wiedereinstieg in
einen konstruktiven Nahostprozess. Die Staatengemeinschaft muss für Israel
Sicherheit erarbeiten. Auf der Grundlage von Sicherheit ist es leichter,
das zu präzisieren und zu vereinbaren, was Premierminister Ariel Sharon
mit dem Begriff "schmerzhafte Kompromisse" umschrieben hat.
Mein Land will Israel dabei helfen. Unsere Hilfe steht unter der Maxime,
die der letzte Besuch des israelischen Staatspräsidenten im Frühjahr in
Berlin deutlich gemacht hat: Die gesicherte Existenz Israels liegt im
nationalen Interesse Deutschlands, ist somit Teil unserer Staatsraison.
hagalil.com 06-01-2005
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