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Rupert Neudeck liest aus seinem Buch "Ich will nicht mehr schweigen.
 

Presseerklärung - Rupert Neudeck
 

Rupert Neudeck liest  aus seinem Buch "Ich will nicht mehr schweigen.

20.01.2006 in der: Heilig-Geist-Kirche – Am Dominikanerkloster in Frankfurt.

Die Veranstaltung startet um 19.00 Uhr.

Einladung zur Lesung mit Rupert Neudeck

„Ich will nicht mehr schweigen" von Rupert Neudeck entstand in Folge mehrerer Reisen – anlässlich des Mauerbaus – in die von Israel besetzten Gebiete. Aus seinen persönlichen Erfahrungen vor Ort entstand das Buch, welches auch ein Plädoyer für das Schicksal der Palästinenser ist. „Wir Deutschen sind in unserem ernsten Bemühen Schuld abzutragen, immer wieder in die Freundschaftsfalle Israels hineingetapst", schreibt Neudeck. Wir haben das Urteil Israels über die Palästinenser angenommen, das oft das Urteil von Verachtung ist. Dieses Volk wird seit 39 Jahren durch eine Besatzung gequält! Neudeck verdeutlicht, warum die sklavische Unterstützung der Politik Israels beendet werden muss. Die Trauer und das Entsetzen über den Holocaust ist das eine. Aber die sklavische Unterstützung der Politik Israels ist etwas anderes."

Rupert Neudeck ist seit über 25 Jahren in rastloser Mission für Not leidende Menschen im Einsatz. Er ist Begründer von „Cap Anamur" – einer Bewegung, deren Schiff tausenden von vietnamesischen Flüchtlingen das Leben gerettet hat – und seit 2002 Gründer und Vorsitzender der Hilfsorganisation Grünhelme e.V., die sich für ein friedliches Zusammenleben von Christen, Muslimen und Juden stark macht.  bestellen >>>

 

 

Dies war  für Honestly Concerned und seinem Netzwerk der sicher nicht einmalige Anlass die Meinungsfreiheit beschneiden zu wollen.

Hass im Internet - Honestly Concerned berichtet über die Pressekonferenz von Rupert Neudeck

Honestly-Concerned-Mailingliste : Message: "SONDERAUSGABE - UPDATE" - Melzers neue Pläne ...und ein Aufruf das was Herr Melzer als Fakten oder Wahrheiten bezeichnet sehr genau zu hinterfragen!

Honestly-Concerned-Mailingliste : Message: "SONDERAUSGABE - UPDATE" - Veranstaltung von Hajo Meyer, Rupert Neudeck und Abraham Melzer am 20.01.2006 in Frankfurt...

Honestly-Concerned-Mailingliste : Message: "NACHTRAGS-SONDERAUSGABE" - Veranstaltung von Hajo Meyer, Rupert Neudeck und Abraham Melzer am 20.01.2006 in Frankfurt...

Persönlicher Protestaufruf von Dr.h.c. Arno Lustiger...

Auch die Juedische.at (Samuel Laster) spielt mit Broder zusammen  (Beiträge im Januar 2006 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 8  ) das Spiel: "Neue Jagd auf Antisemiten Kritiker der israelischen Regierung...."

"Die Freiheit ist die Freiheit des Andersdenkenden"

 

Leserbriefe:
 Günter Schenk | Abraham Melzer Sabine Matthes | Andreas Friederich |
Shraga Elam

Mit der freundlichen Bitte der Weitergabe an Frau Gebhard. Besten Dank. 


Sehr geehrte Frau Gebhard

mit Bestürzung nehmen wir zur Kenntnis, dass Sie die lange vorbereitete Autorenlesung der Herren Dr. Rupert Neudeck und Dr. Hajo Meyer kurzfristig in Ihren Räumen in der Heilig-Geist-Kirche, am Dominikanerkloster in Frankfurt am Main unmöglich gemacht haben. Ihr Pressereferent wird mich zwar voraussichtlich noch heute nachmittag bei mir zuhause im Elsass anrufen. Den Brief unseres Freundes Abraham Melzer, Verleger in Neu-Isenburg, an Herrn Lustiger, den Mann, der lt. Mitteilung der Organisation "honestly concerned" durch seine Verleumdungsarbeit bei Ihnen zur Kündigung der Räume für die Autorenlesung geführt hat - und bei dem sich h.c. in einem internen Schreiben ausdrücklich bedankt -  an jenen Arno Lustiger schrieb, möchte ich Ihnen doch zur Lektüre weitergeben. 

Es ist wohl nicht notwendig, Ihnen zu sagen, wie groß der Schaden für die Meinungsfreiheit, ja für die Bürgerfreiheit in unserem Lande, in der Stadt Frankfurt, aber auch für uns, eine jüdisch-arabische Bürgervereinigung in Straßburg durch Ihr feiges Zurückweichen vor einer undurchsichtigen, unmoralischen und friedensfeindlichen Gruppierung  ist. Wir, Freundinnen und Freunde aus Straßburg, hatten bereits die Reise nach Frankfurt fest geplant - und nun, die ärgerliche, aus Feigheit geborene Kündigung durch Sie. Dass dies von einer christlichen Vereinigung geschieht ist umso schlimmer, als jede, jeder von Ihnen weiß, wissen muss, wer Herr Neudeck ist, was er, der praktizierende Christ in all den Jahren für die Menschlichkeit getan hat. 

Über Herrn Dr. Meyer aus den Niederlanden wäre es für Sie ein Leichtes gewesen, weitere Erkundigungen einzuholen. Nur, Sie taten das nicht. Sie verrieten den Menschen, der Ihrer Kirche den Namen gegeben hat. Sie lieferten sich den Pharisäern aus, sie halfen nicht mit bei der "Reinigung" des Tempels. Sie gaben der Macht nach. Der angemaßten und durch nichts gerechtfertigten Macht, es sei denn, der Reichtum des Herrn Dr. Lustiger genügten Ihnen als Rechtfertigung für Verleumdung und Predigen von Hass (dies gilt besonders für die Vereinigung, für die Hr. Lustiger tätig wurde, deren Mitglied er offensichtlich ist. (Ich stelle Ihnen gern weitere Unterlagen, auch die internen Berichte dieser Organisation von "Dunkelmännern" und "Dunkelfrauen" zur Verfügung, wenn Sie dies wünschen. (die Organisation h.c. möchte, lt. eigener Aussage, verhindern, dass die dort angezettelten Diffamationen in ihrem Inhalt und Form außerhalb der eigenen Gruppe bekannt wird !!!) 

Sehr geehrte Frau Gebhard, was Sie in Frankfurt getan haben, ist eine Schande. Es ist aber auch, und das sollte Ihnen zu denken geben, ein Jammer. Zurückzuweichen vor Verleumdern, Feinden der Völkerverständigung, Feinden des Friedens, das wird eine Hypothek bleiben, von der sich zu befreien, schwer sein wird für Sie und für jene, die diese erbärmliche Entscheidung der Kündigung von Räumen für Melzer/Neudeck/Meyer zu verantworten haben.

Wie werden Sie das von Ihnen zerschlagene Porzellan flicken können, frage ich mich 

mit freundlichen Grüßen 
Günter Schenk 
Beinheim, Elsass
- Mitglied des "collectif judéo-arabe et citoyen pour la Paix" Strasbourg 
- Sprecher des "Aktionsbündnis für einen gerechten Frieden für Paläsina" 
- Gründungsmitglied des Vereins frz. Rechtes FARRAH-France 
- Gründungsmitglied des Vereins frz. Rechtes AIPPP (Association Internationale pour la Préservation du Patriomoine Palestinien)


 

es folgt eine Kopie des Schreibens unseres Freundes Abraham Melzer an Herrn Dr. Arno Lustiger, zu Ihrer freundlichen Kenntnisnahme: 

 

 

SgHerr Lustiger,

 

beim nochmaligen Lesen Ihres Briefes fällt mir dieses Detail auf und ich bin, so wie Sie, schockiert zur Kenntnis nehmen zu müssen, wie sehr Sie die Nazi-Ideologie und Nazi-Methoden verinnerlich haben, dass Sie sie jetzt selber anwenden. Und jammern Sie nicht, dass ich Sie mit den „barbarischen Handlungen der Nazis“ vergleiche. Denn abgesehen davon, dass Ihr Freund und Kampfgefährte Henryk M. Broder erst vor wenigen Tagen vor einem Frankfurter Gericht expressis verbis gesagt hat, dass es erlaubt und legitim sei „zu vergleichen“, zwingen Sie mir durch Ihr Schreiben einen solchen Vergleich geradezu auf.

Sie fordern „alle Freunde und Bekannte“ (früher sagte man Kameraden) in guter SA-Manier auf, die von mir geplante Veranstaltung zu stören, „sowohl vor dem Veranstaltungsort, wie auch während der Veranstaltung“ und vergessen nicht daran zu erinnern, dass man die Israel-Fahnen mitbringen soll. Aus der Beschäftigung mit der jüngsten deutschen Geschichte weiß ich, dass die Führer der SA auch ihre Kameraden aufgefordert haben, Veranstaltungen der Kommunisten, Sozialdemokraten und Zeugen-Jehovas zu stören und natürlich die Hakenkreuzfahnen nicht zu vergessen. Das Angenehme und Sympathische an unserer Bundesrepublik ist, dass man so wenige Fahnen sieht, im Gegenteil zu totalitären Regimes wie früher in der UdSSR, in der DDR und im Nazi-Deutschland. Wenn es heute irgendwo Demonstrationen mit Fahnen gibt, dann kann man fast mit Sicherheit davon ausgehen, dass es Juden sind, die für Israel demonstrieren.

 Sie bezeichnen sich als „Überlebender des Holocaust“ und schämen sich nicht einen anderen Überlebenden, der Ihnen in Auschwitz hätte begegnen können, so zu beleidigen statt ihn gegen solch ungeheuerliche Beleidigung durch Henryk Broder in Schutz zu nehmen, der ihn einen „Berufsüberlebenden“ genannt hat. Wie wäre Ihnen zumute, wenn man Sie „Berufsüberlebender“ nennen würde?

 Und ganz besonders erschüttert bin ich über Ihre ungeheuerliche Verleumdung und Beleidigung von Rupert Neudeck, ein seit Jahren verdienstvoller und bekannter Mann, der sich für Menschenrechte und humanitären Ziele in der Dritten Welt eingesetzt hat, als Sie noch mit Klamotten gehandelt haben und nichts anderes im Kopf hatten, als Geld zu machen. Ich hoffe, dass es in dieser Republik jemanden außer mir geben wird, der ihn in Schutz nimmt und Sie in Ihre Grenzen verweist. Sie erwecken den Eindruck, dass Sie für sich (und übrigens u.a. auch Henryk Broder) alle Freiheit für Unverschämtheiten in Anspruch nehmen, weil Sie davon ausgehen als Jude unangreifbar zu sein.

Das sind Sie nicht. Wie sagte Herr Broder neulich im Gerichtssaal so treffend: Juden sind wie alle anderen Menschen auch, es gibt Betrüger unter ihnen und solche, die bei rot über die Ampel fahren und es gibt auch Antisemiten unter ihnen. Wie wahr. Aber es gibt auch Nazis unter ihnen, auch das ist wahr, „und ich bin es nicht“. Uns somit ist Herzls Wunsch in Erfüllung gegangen, der von „jüdischen Polizisten und jüdische Verbrecher in einem jüdischen Staat“ träumte.

 Und last not least: Sie schreiben „Am Israel chai! Lang lebe Israel!“ Damit bin ich einverstanden, aber nicht auf Kosten seiner Nachbarn und nicht indem man seine Nachbarn tötet. Meine und Hajo Meyers Konsequenz aus Auschwitz ist: Nie wieder Opfer sein aber auch niemals Täter sein. Herr Broder meint aber es macht Spaß Täter zu sein und ich habe nirgends vernommen, dass Sie dagegen protestiert haben.

 Im Hinblick auf den Freitagabend wünsche ich Ihnen Schabat Shalom!
 
Abraham Melzer

Leserbriefe:
 Günter Schenk | Abraham Melzer Sabine Matthes | Andreas Friederich |
Shraga Elam

Rupert Neudeck liest aus seinem Buch "Ich will nicht mehr schweigen.

„Ich will nicht mehr schweigen" von Rupert Neudeck entstand in Folge mehrerer Reisen – anlässlich des Mauerbaus – in die von Israel besetzten Gebiete. Aus seinen persönlichen Erfahrungen vor Ort entstand das Buch, welches auch ein Plädoyer für das Schicksal der Palästinenser ist. „Wir Deutschen sind in unserem ernsten Bemühen Schuld abzutragen, immer wieder in die Freundschaftsfalle Israels hineingetapst", schreibt Neudeck. Wir haben das Urteil Israels über die Palästinenser angenommen, das oft das Urteil von Verachtung ist. Dieses Volk wird seit 39 Jahren durch eine Besatzung gequält! Neudeck verdeutlicht, warum die sklavische Unterstützung der Politik Israels beendet werden muss. Die Trauer und das Entsetzen über den Holocaust ist das eine. Aber die sklavische Unterstützung der Politik Israels ist etwas anderes."

Rupert Neudeck ist seit über 25 Jahren in rastloser Mission für Not leidende Menschen im Einsatz. Er ist Begründer von „Cap Anamur" – einer Bewegung, deren Schiff tausenden von vietnamesischen Flüchtlingen das Leben gerettet hat – und seit 2002 Gründer und Vorsitzender der Hilfsorganisation Grünhelme e.V., die sich für ein friedliches Zusammenleben von Christen, Muslimen und Juden stark macht.

20.01.2006 in der: Heilig-Geist-Kirche – Am Dominikanerkloster in Frankfurt.

Die Veranstaltung startet um 19.00 Uhr.

 

Sehr geehrte Damen und Herren der Regionalredaktion 

 
...vor wenigen Minuten erhielt ich die Mitteilung von "honestly concerned".... ", einer Vereinigung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, jede Kritik in Deutschland an der Regierung Israels, besonders jede Kritik am Vorgehen des Staates Israel und seiner Streitkräfte gegenüber dem palästinensischen Volk im Keime zu ersticken, mit einem Schreiben des Arno Lustiger, Frankfurt am Main, der sich hier durch seine Unterschrift mit dem Wort 
"Euer" als Mitglied dieser im höchsten Maße freiheitsfeindlichen und die in ihren Methoden eher an eine faschistoide Vereinigung denken lässt. Einen gerechten Frieden für Nahost hat h.c. nicht im Sinn und überträg diese Haltung auch auf Deutschland. 

 

Ich bin erschüttert: ein Mann wie Dr. Rupert Neudeck, uns Allen seit vielen Jahren bekannt wegen seiner zahlreichen humanitären Einsätze, für seine verdienstvolle Tätigkeit als Gründer von "Cap Anamour", dazu ein ehrenhafter Buchautor, der Auschwitz-Überlebende Dr. Hajo Meyer und beider Verleger werden hier auf eine Weise verunglimpft und in ihrer Ehre verletzt, dass es einen die Haare zu Berge stehen lässt. Dies darf so nicht geschehen! 


 

Der Verleger Abraham Melzer, ein Jude mit großem verlegerischen Einsatz für das Verständnis des Judentums in Deutschland, ein Mann, der durch seine 

Vergangenheit Mut und Sinn für Verantwortung unter Beweis gestellt hat, werden hier von einer "Konzertierten Aktion" von Gegnern der Freiheit des Denkens, 

Gegnern der Freiheit schlechthin, in ihrer dem Frieden und dem Verständnis unter den Menschen und Völkern dienenden Arbeit behindert. 


 

Wir, Straßburger Freunde und ich, hatten bereits fest die Reise nach Frankfurt zur Lesung des Herrn Neudeck bei Anwesenheit von Dr. Meyer, dessen Kommen aus den Niederlanden wir erwartete haben, geplant. Wir kennen Herrn Dr. Arno Lustiger nicht. Wir kennen hingegen aus leitvoller Erfahrung, die Gruppe h.c., die sich hier zu seinem Sprachrohr macht. Wir, Juden und Nichtjuden aus dem Elsass, sind zutiefst betrübt über die Intervention des Herrn Dr. Lustiger und hoffen, dass die Frankfurter Medien dem unguten Treiben von Feinden guter demokratischer Tradition einen Riegel vorschiebt. 


 

Es ist nur allzu offensichtlich: die Bereitsteller der Räume für eine lange geplante Autorenlesung sollen verunsichert werden. Ihnen wurde offensichtlich mit Erfolg vermittelt, dass h.c. und eine nicht weiter beschriebene Gruppe zur Gewalt bereiter Personen die Autorenlesung stören, ja sogar die Unversehrtheit und Sicherheit der Besucher und des Veranstaltungsraumes gefährden könnten. Das Verhalten der Verantwortlichen für die Räumlichkeiten, des Evangelischen Regionalverbandes haben durch Feigheit nicht nur ihren eigenen Glauben verraten, sondern sich der Gewalt gebeugt. Dies ist der eigentliche Skandal hinter der verhinderten Veranstaltung. 


 

Ich bitte Sie, darüber entsprechend zu berichten. Über den dem Verleger Melzer zugefügte Schaden, über den Schaden für die Autoren und die zahlreichen zu erwarteten Besucher, in unserem Fall aus dem nahen Elsass, besonders aber für den Schaden an der Meinungsfreiheit darf dabei nicht geschwiegen werden, kann man doch davon ausgehen, dass es den  Hintertreibern dieser Autorenveranstaltung gerade darum ging: den Schaden für Veranstalter und Besucher möglichst hochzutreiben. 


 

Ich rufe Sie dazu auf, Ihrer journalistische Verantwortung gemäß, hier als unerlässliches Korrektiv im Sinne der Meinungsfreiheit zu  wirken 

mit freundlichen Grüßen 

 
Günter Schenk 
5, rue des cigognes 
F-67930 Beinheim 

 

- collectif judéo-arabe et citoyen pour la paix, Strasbourg
- coordination de l'Appel de Strasbourg pour une paix juste au Proche Orient 
- AIPPP, Association Internationale pour la Préservation du Patrimoine Palestinien

 

 
Lesen Sie aus Straßburg, der Hauptstadt der europäischen Bewegung:  http://www.eutopic.lautre.net/coordination/

Leserbriefe:
 Günter Schenk | Abraham Melzer Sabine Matthes | Andreas Friederich |
Shraga Elam

Leserbrief zu: "Ein beispielloser Prozess. Kann ein Jude Antisemit sein?" SZ vom 14./15.1.2006, Seite 17

 
"Ein beispielloser Prozess. Kann ein Jude Antisemit sein?" SZ vom

14./15.1.2006, Seite 17

 

 

Der Verleger Abraham Melzer will nicht den selben Fehler begehen, wie seinerzeit die westlichen Kommunisten, die mit ihren rosaroten Brillen dem russischen Volk wenig dabei geholfen haben, auf den Weg der Perestroika zu gelangen.

Seine Liebe zu Israel ist weniger blind und drückt sich in teils scharfer Kritik aus, die der Publizist Henryk M. Broder als "jüdischen Selbsthass" und "Antisemitismus" diffamiert - wogegen sich Melzer gerichtlich zur Wehr setzt. Melzers Publikationen und Appelle an unsere doppelte Verantwortung für die direkten und indirekten Opfer des Holocaust, Juden und Palästinenser, sind nicht pro oder contra dieses oder jenes Volk, sondern pro Gerechtigkeit und Freiheit, contra Ungerechtigkeit und Unterdrückung.

Damit verkörpert er eine mutige, in Deutschland noch seltene, jüdische Stimme des Gewissens, wie sie der amerikanisch-jüdische Theologe Marc Ellis in einer jüdischen Befreiungstheologie fordert, welche vor allem die universale ethische Dimension des Judentums entfaltet: generell in Solidarität mit allen Leidenden der Welt, speziell im Bemühen um eine "Befreiung" der Palästinenser. Für Ellis ist die Befreiung des jüdischen Volkes verbunden mit der Befreiung des palästinensischen Volkes. Ihm zufolge liegt "in den Gesichtern der Palästinenser die Zukunft dessen, was es bedeutet, Jude zu sein." Ellis geht so weit, besonders die linken, progressiven Juden und friedensbewegten Christen für Israels ungehinderte Expansionspolitik verantwortlich zu machen, weil sie durch ihre scheinbar großzügigen Slogans der "Teilung" ein rassistisches Konzept unterstützen, das die Palästinenser als demographische Bedrohung in ihrem eigenen Land ansieht.

Instinktiv, aus den Erfahrungen der eigenen Leidensgeschichte, hatten sich viele amerikanische Juden solidarisch an die Seite der schwarzen Bürgerrechtsbewegungen von Martin Luther King und Nelson Mandela gestellt, und damit zur Gleichberechtigung in den USA und zur Überwindung der Apartheid in Südafrika beigetragen. Seine letzten Besuche im Heiligen Land haben Erzbischof Desmond Tutu tief erschüttert: "Die Apartheid ist zurück, komplett samt "Trennungsmauer" und Bantustans. Geschichte scheint sich zu wiederholen." Seit 1948 wurde die Mehrheit der Palästinenser, ähnlich wie die Schwarzen Südafrikas, durch eine Politik der Vertreibung und Rassentrennung aus ihrer Heimat hinausdefiniert, in Flüchtlingslager transferiert oder in homelands gedrängt. So riefen letzten Sommer, inspiriert vom Erfolg der Anti-Apartheidbewegung, knapp 200 palästinensische Organisationen die Weltgemeinschaft zu entsprechenden Boykotten und Sanktionen gegen Isrel auf, um die Durchsetzung von internationalem Recht, UNO-Resolutionen und Menschenrechten zu erwirken.

Abraham Melzer ergeht es ähnlich, wie seinerzeit den weißen Kritikern der Apartheid, die für ihren "Verrat" von der Dutch Reformed Church als "anti-christlich" gebrandmarkt wurden, um weitere potentielle "Verräter" abzuschrecken und eine Bloßstellung des Systems zu verhindern. Inzwischen sind diese "Verräter" zu Helden geworden.

Mit freundlichen Grüßen,
 
Sabine Matthes

Leserbriefe:
 Günter Schenk | Abraham Melzer Sabine Matthes | Andreas Friederich |
Shraga Elam

Andreas Friedrich
www.Profi-reporte.de

 

 

Lesermeinung

Thema: Lesung von Neudeck in Frankfurt/Main

 Es ist keine Überraschung, dass es diversen Individuen und Gruppierungen offenbar immer wieder fertig bringen, Veranstaltungen, welche sich mit dem Thema Palästina auseinandersetzen, im Vorfeld zu stören, bzw. diese Veranstaltungen verhindern.

 Waren in der Vergangenheit neben Veranstaltungen der „Stopp The Wall“ in Köln sowie das „Internationale Symposium“ in Düsseldorf diverse Veranstaltungen in der Schweiz (Genf) und Österreich, so stehen nun Hajo Meyer und Rupert Neudeck von Cap Anamur auf dem Speisezettel entsprechender.

 Das weder Meyer noch Neudeck Antisemiten sind, geschweige denn gegen den Staat Israel hetzen, scheint unwichtig, wichtig ist offenbar, dass beide sich mit der Realität hinter der Trennmauer auseinandersetzen, und das ist einigen schon zu viel- es könnte ja etwas an die Öffentlichkeit gelangen, was die Öffentlichkeit nicht erfahren darf, anders ist das verquerte, paranoide und schizophrene Verhalten entsprechender Individuen nicht zu erklären.

 Besonders traurig, dass ein Überlebender des Holocaust massiv Politik gegen die Lesung von Neudeck betrieben hat mit dem Ergebnis der Raumkündigung an Herrn Melzer.

Doch müsste nicht gerade ein Überlebender des Holocaust wissen, wie sich Unterdrückung anfühlt?

Oder ist der Hass so groß, dass dieser auf die Palästinenser und auf all diejenigen, welche sich mit diesem Thema auseinandersetzen, projiziert wird?

 Andrerseits stelle ich mir die Frage, wieso Neudeck, Meyer und der frühere Bundesarbeitsminister Blüm offenbar außerstande sind, sich gegen diese Individuen zu wehren?

Sollte nicht gerade ein ehemaliger Bundesminister diverse Möglichkeiten haben?

 Fragen über Fragen, aber keine Antworten.

Daher bis zur nächsten Veranstaltung zum Thema Palästina.

 

Andreas Friedrich, Düsseldorf

Leserbriefe:
 Günter Schenk | Abraham Melzer Sabine Matthes | Andreas Friederich |
Shraga Elam

Sehr geehrter Herr Dr.h.c. Lustiger,

 

Ihren langjährigen verdienstvollen Einsatz für die Thematisierung und Verarbeitung des jüdischen Widerstands während der NS-Zeit schätze ich sehr . Umso mehr bin ich über Ihren jüngsten Aufruf gegen die Veranstaltung mit meinem Freund Hajo Meyer am 20.1.2006 in Frankfurt a.M. sehr erstaunt.

 

Sie schreiben:

 

"Die Gastredner, Hajo Meyer und Rupert Neudeck, sind einschlägig für Ihre Meinungen und Ihre Vergleiche zwischen den Verteidigungsmaßnahmen des Staates Israels und den barbarischen Handlungen der Nazis bekannt."

 

Wenn Sie von israelischen Verteidigungsmaßnahmen sprechen, ist klar, dass Sie, im Unterschied zu Hajo Meyer, noch nie an einem Checkpoint in den West Bank gewesen waren. Ich empfehle Ihnen dringend die erschüttenden Berichte der israelischen Machsom-Watch (http://www.machsomwatch.org/) zu lesen oder die zahlreichen Berichte über Menschenrechtsverletzungen, die die israelische Organisation B'tzelem (http://www.btselem.org/index.asp) dokumentiert hat, und die Liste der Lesetipps ist noch lange.

 

Grundsätzlich kann anhand von seriösen israelischen Quellen das folgende Bild gezeichnet werden: Vorgeblich um Terroranschläge zu verhindern, verhängt Israel im klaren Verstoss gegen die Genfer Konvention u.a. Kollektivstrafmassnahmen. Dabei nimmt man an, dass wenn der Druck auf die Zivilbevölkerung gross genug wird, diese den Druck an die Militanten weitergeben würde, so dass Terroranschläge gestoppt würden. Selbst israelische Generäle geben zu, dass diese Logik nicht funktioniert und die Zivilbevölkerung nie im Stande wäre, den Militanten irgendeine Politik aufzuzwingen.

 

Ich bin kein Anhänger von Gewaltakten, aber gerade Sie müssten das Recht von unterdrückten Menschen, sich auch mit Gewalt zu wehren, respektieren. Wer ihnen dieses Recht abspricht oder die Tatsache ihrer Unterdrückung verleugnet, vertritt eine absolut amoralische Haltung und macht sich mitschuldig an Verbrechen.

 

Wenn Hajo Meyer die mit eigenen Augen gesehene Situation in den von Israel seit 1967 besetzten Gebieten mit den eigenen Erfahrungen in NS-Deutschland der 1930er Jahre vergleicht, so ist es absolut sein Recht und sogar Pflicht, diese seine subjektive Wahrnehmung als Mahnung publik zu machen. Denn wer zu Verbrechen schweigt oder sogar die Meldungen über sie unterdrückt, macht sich mitschuldig. Dies zeigen eindeutig die jüdischen Erfahrungen.

 

Ich weiss, dass der Vergleich zwischen den israelischen und NS-Verbrechen völlig tabuisiert wird und halte dieses Tabu für unberechtigt und sogar schädlich. Wenn NS-Judenverfolgungen, der NS-Judeozid, als Massstab für alle Genozide und Kriegsverbrechen dienen sollen, wie es kürzlich von der UNO beschlossen wurde, dann sollte solch ein Vergleich möglich sein.

 

Vergleiche zwischen zwei historischen Ereignissen können richtig, falsch oder auch irgendwo dazwischen sein, dürfen aber auf keinem Fall verboten werden. Selbstverständlich sollen die Motivationen der Vergleichziehung bzw. deren Ablehnung offengelegt bzw. hinterfragt werden.

 

Inhaltlich muss zum konkreten Vergleich zwischen Israel und NS-Deutschland folgendes gesagt werden:

 

Mit allen offensichtlichen Unterschieden zwischen den beiden Situationen gibt es zu viele besorgniserregende Ähnlichkeiten, die auch von zahlreichen anderen Israelis festgestellt werden, so von der ehemaligen Erziehungsministerin Shulamit Aloni und sogar auf seine Art der Historiker Prof. Yehuda Bauer.

 

Wie Sie wissen, war die NS anti-jüdische Politik von einer steten Radikalisierung gekennzeichnet und wir können von drei Hauptphasen sprechen:

1)      1933-38 "freiwillige" Vertreibung

2)      1938-41 Zwangsvertreibung oder Ghettoisierung

3)      1941-44 systematische Vernichtung

 

Es gibt mehrere Gründe dafür, dass wir jetzt über eine "freiwillige" Vertreibung der PalästinenserInnen sprechen können und deren zunehmende Ghettoisierung beobachten können.

 

Es gibt starke Kräfte in Israel, die auch zeitweise an der Regierung beteiligt waren, die für eine Massenvertreibung der PalästinenserInnen plädieren und diese Stimmen dürfen nicht bagatellisiert werden.

 

Wenn Sie sich über die Zukunft Israels und die Juden und Jüdinnen sorgen, dann muss es Ihnen ein Anliegen sein, vor diesen gefährlichen Entwicklungen zu warnen. Israel geht durch eine grosse eskalierende Dauerkrise. Die Gewaltanwendung (auch intern), Armut und Korruption erreichen erschreckende Dimensionen und die Rechtsradikalen spielen eine nicht zu übersehende Rolle. Dies sind bekannte und fast klassische Komponenten, die nicht verdrängt werden dürfen.

 

Hochachtungsvoll

 

Shraga Elam

 

 

Israelischer Recherchierjournalist, historischer Forscher und Buchautor in Zürich.
2004 gewann ich den renommierten australischen Journalistenpreis Gold Walkley Award für meine Enthüllung über Konti australischer Prominenter bei Bank Leumi (Schweiz).

 

Leserbriefe:
 Günter Schenk | Abraham Melzer Sabine Matthes | Andreas Friederich |
Shraga Elam

 

Artikel zum Thema:

 

 

19.1.06 Israel-Kritik - Melzer beharrt auf Lesung

Auch die Juedische.at (Samuel Laster) spielt mit Broder zusammen  (Beiträge im Januar 2006 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 8  ) das Spiel: "Neue Jagd auf Antisemiten Kritiker der israelischen Regierung...."  mehr >>>

Arno Lustiger nennt antisemitisch, was ihm vor die pro-kapitalistische Flinte kommt.

Jagdaktion gegen Rupert Neudeck

Honestly Concerned

Gesellschaft: Evangelischer Regionalverband sagt Vortrag mit Israel-Kritikern ab - FAZ.NET - Rhein-Main-Zeitung

 

 

 

Darf man hierzulande Menschenrechtsverbrechen thematisieren? Anscheinend nicht wenn bestimmte Gruppen das Sagen haben. Im Kampf Freiheit gegen Repression hat die Freiheit gerade mal wieder ein Tor kassiert. Zitat aus dem Artikel der FAZ: „Wie zu hören war, planten einige Kritiker des geplanten Lesung Protestbekundungen in und außerhalb der Heilig-Geist-Kirche. Man sei nicht sicher, ob alles friedlich ablaufen werde, hieß es. Offenbar vor diesem Hintergrund befürchtete die Führung des Regionalverbandes, daß es am Freitag zu unschönen Szenen kommen könnte, und kündigte den Vertrag.“ Der Druck von der Straße klappt in Deutschland eben noch immer, heute wie vor siebzig Jahren.

Und dieselben Leute führen einen Feldzug gegen den "repressiven Islam" - ein Paradebeispiel der Projektion! Bataille hatte eben schon Recht, wenn er sagte: Was uns am meisten schreckt, ist in uns.

Aber denken Sie immer brav daran: Es GIBT keine aggressive jüdisch-israelische Lobby, die Israelkritik verhindern möchte! Wer so etwas behauptet, der ist und bleibt - darauf wird diese Lobby steif und fest bestehen - schlichtweg ein Antisemit. - Arne Hoffmann

 

Leserbriefe:
 Günter Schenk | Abraham Melzer Sabine Matthes | Andreas Friederich |
Shraga Elam

Bericht über die Veranstaltung mit Abraham Melzer, Hajo Meyer und Rupert Neudeck am 20.01.2006 – Dominikanerkloster/Pressekonferenz

 

 

Abraham Melzer: Alibi-Jude, Schmock der Woche*****),cholerischer, antisemitischer GRÖVAZ („Grösster Verleger aller Zeiten“). So sieht Henryk M. Broder, journalistischer Kabarettist mit eigener Homepage, den Neu Isenburger Verleger und Kaufmann Abraham Melzer.

Zwei ehemals befreundete Männer. Beide aus Köln stammend. Beide im journalistischen Bereich arbeitend, lange Zeit sogar gemeinsam, sich gegenseitig helfend.

Heute sind sie sich spinnefeind und begegnen sich wegen oben genannter Aussagen in Frankfurt vor dem Gericht. Wie konnte es so weit kommen?

Einfach gesagt wegen verschiedener Ansichten über das, was gelebte Menschlichkeit und Freiheit, ohne Ansehen der Religion, Hautfarbe oder Volkszugehörigkeit bedeutet.

Aber wie vieles im Leben, ist es auch hier nicht ganz so einfach wie es aussieht. Beide sind Juden, und beide kennen Israel/Palästina. Die Haltung beider jedoch zum Palästinakonflikt kann unterschiedlicher nicht sein – und nicht nur bei ihnen.

Abraham Melzer ist der Ansicht Freiheit und ein Leben in Würde, ohne Ansehen der Religion, Hautfarbe oder Volkszugehörigkeit, gilt für jeden Menschen auf der Welt. Und so etwas wie den Holocaust darf es nie, auch nur in Ansätzen wieder geben. Punkt!

Hendrik Broder ist der gleichen Ansicht. Aber ........

Egal was an Menschenrechtsverletzungen aus Israel gemeldet wird, seien es palästinensische Kinder in Gefängnissen, die Zerstörungen der Häuser, der Olivenhaine, die Ermordung unliebsamer Gegner, oder der Fall des 13jährige Mädchens Iman al Hams, das auf dem Heimweg von der Schule war, als es von einem israelischen Offizier gezielt mit mehrere "Fangschüssen" ermordet wurde. Nur ein kleiner Ausschnitt aus vielen, täglich statt findenden Menschenrechtsverletzungen Israels an den Palästinensern.

All dies ist für Broder – egal, denn er schweigt. Hauptsache es dringt nichts nach außen. Dafür sorgt er und seine Freunde, die sich "honestly concerned" nennen. Jeder, der die Menschenrechtsverletzungen in Israel anprangert ist ihr Feind. Er wird als Antisemit beschimpft, als "Schmock der Woche" (Arschl... der Woche) von Broder ins Internet gestellt, und anderweitig versucht ihn gesellschaftlich zu demontieren.

Sein Credo: "Besser Täter als Opfer" sein, "denn Täter sein macht Spaß"..

Deshalb kann Broder es nicht verstehen, dass Abraham Melzer sich auch Sorgen um die Menschenrechte der Palästinenser macht - dies kund tut, und in sein tägliches Handeln einfließen lässt. Für Broder ist er daher ein Verräter, ein Nestbeschmutzer, ein Selbsthasser !

Abraham Melzer hat das letzte Buch von Rupert Neudeck*) (Gründer: Cap Anamur, Grünhelme) verlegt. Dieses behandelt die Eindrücke der Reise Neudecks in die, seit fast 40 Jahren von Israel besetzten, Palästinensergebiete. Er beschreibt darin die tägliche Unterdrückung der Palästinenser, die täglichen Menschenrechtsverletzungen.

Damit steht Rupert Neudeck natürlich ganz oben auf der Liste von Broder und "honestly.."

Nun hat Abraham Melzer Rupert Neudeck, zu einer Autorenlesung nach Frankfurt eingeladen, und dafür von Evangelischen Regionalverband Räume im Dominikanerkloster angemietet. Als Besucher hatte sich auch Hajo Meyer, Autor**), Überlebender des Vernichtungslagers Auschwitz (von Broder als "Berufsüberlebender" verunglimpft), angekündigt, ein Freund Rupert Neudecks.

Nach massiven Protesten von jüdischer Seite und der Warnung, dass es zu Ausschreitungen kommen könnte, kündigte die Vorsitzende des Regionalverbandes, Esther Gebhardt, den Vertrag mit dem Melzer-Verlag***).

In der Kürze der Zeit war es nicht möglich gewesen, andere Räumlichkeiten anzumieten. Aus der Not eine Tugend machend las Rupert Neudeck, trotz Regen und Kälte, VOR DER TÜRE des verschlossenen Dominikaner-Klosters den etwa 50 Interessierten, einige Abschnitte seines Buches vor.

 

Die Gegner der Veranstaltung postierten sich in einigem Abstand, wollten nicht fotografiert werden, betätigten aber selbst fleißig ihre Kameras. Die „machtvolle“ Protestdemonstration von vielleicht 10 Personen schwenkte immerhin 2 kleine Israelpapierfähnchen und Abraham Melzer begrüßte den „Chefredakteur“ der „ehrlich Besorgten“ namentlich.

 

Auf der anschließenden Pressekonferenz im Kolpinghaus schilderte Abraham Melzer die ständigen Versuche, seinen Verlag zu diskreditieren. Dies gehe sogar soweit, dass Kunden des Melzer-Verlages mit einstweiligen Anordnungen und ähnlichem bedroht werden, wenn sie bestimmte Bücher, wie z. B. die Bücher von Rupert Neudeck ins Sortiment nehmen wollten.

 

Rupert Neudeck zeigte sich enttäuscht durch das Verhalten von Arno Lustiger****). Bis zu seiner Abreise nach Frankfurt hoffte er noch vergeblich auf eine Begründung von Seiten Lustigers für dessen Vorwürfe. Dann fasste er noch einmal die Eindrücke seiner Reise zusammen, erzählte von palästinensischen Frauen, die an den israelischen Checkpoints ihre Kinder auf offener Strasse zur Welt bringen müssen, weil sie nicht zum nächsten Krankenhaus durchgelassen werden, von täglicher Willkür und Demütigungen durch die Besatzungsmacht. Besonders von seinem Besuch Hebrons war er so erschüttert, dass in ihm der Entschluss reifte, sich dafür einzusetzen, dass dieser Zustand massiven Unrechts beendet wird, und forderte zu einer sachlichen Diskussion auf.

 

Zwischendurch musste die Polizei einen aggressiven Störer aus dem Saal entfernen,

nachdem er der Aufforderung zu gehen, oder sich ruhig zu verhalten,  nicht Folge leistete.

 

Hajo Meyer ging auf den ihm gemachten Vorwurf ein, er vergleiche die Politik Israels gegen die Palästinenser mit der Politik der Nazis gegen die Juden. Dabei monierte er, dass man die anti-jüdische NS-Politik immer nur mit dem Holocaust in Verbindung brächte, jedoch die schon davor stattfindende Ausgrenzung, Entwürdigung, Terrorisierung der Juden ausblende, denn nur dort sieht er – aus eigener Erfahrung - den Vergleich mit der israelischen Besatzungspolitik ! Deshalb seien die Behauptungen seiner Gegner falsch, denn „vergleichen“ sei etwas völlig anderes als „gleichsetzen“!

Derzeit könne man von einer "freiwilligen" Vertreibung, und zunehmender Ghettoisierung der Palästinenser sprechen.

In guter Gesellschaft berühmter jüdischer Gelehrter und Rabbis fordere er daher ein intermenschlich-ethisches Judentum ein.

 

*) Rupert Neudeck, "Ich will nicht mehr schweigen" - Über Recht und Gerechtigkeit in Palästina, mit Vorwort von Norbert Blüm, Melzer-Verlag Neu Isenburg.

**) Hajo G. Meyer, "Das Ende des Judentums" - Der Verfall der israelischen Gesellschaft, Melzer-Verlag Neu Isenburg.

***) Durch die Presse (FAZ) war bekannt, dass die Lesung nicht statt findet.

****) Lustiger hatte sich, gemeinsam mit A. Diamant, an die Kirchenleitung gewandt, mit der Warnung, sie biete mit der Vermietung judenfeindlichen Bestrebungen ein Forum.

*****) Broders Schmock (Arschl... der Woche) liest sich wie das who is who, u.a. findet man:

den Pressesprecher von amnesty international, Peter Eisenman, Sir Peter Ustinov, Iris Berben, Rafael Seligmann, Paul Spiegel, Herta Däubler-Gmelin.

Auch die Bundeskanzlerin hat einen eigenen Artikel mit dem Titel: „Ein Arsch kommt selten allein (Angela Merkel)“

Auszug: „Ich schaffe nicht einmal einen so niedlichen kleinen Spruch, wie er neulich Angela Merkel beim kleinen Parteitag der CDU entfallen ist: "Öde, öder, Schröder!" Jetzt warte ich nur darauf, dass Angela und Christian gemeinsam auftreten, denn Musik kennt keine Grenzen, und Leitkultur ist dann am schönsten, wenn ein Arschloch singt und ein anderes reimt.“

Eine Zusammenfassung der genannten Bücher finden sie unter:

weitere Infoseiten:
 

Melzer Verlag

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